Jule und der Schrecken der Chemie

Jule und der Schrecken der Chemie

von: Andrea Heering

Wiley-VCH, 2013

ISBN: 9783527675005 , 313 Seiten

Format: PDF, ePUB, OL

Kopierschutz: DRM

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Preis: 24,99 EUR

Mehr zum Inhalt

Jule und der Schrecken der Chemie


 

Hallo, du!

Lass mich raten, wer du bist!

Sicher findest du Chemie unglaublich spannend, hast alles verstanden und findest, dass man unmöglich Affen und Atome vergleichen kann. Außerdem ist dir vollkommen klar, warum chemische Reaktionen ablaufen, Karotten orange sind und der Bleistift „Bleistift“ heißt. Herzlichen Glückwunsch! Du und deine Eltern haben durch dein „Ja“ eine Menge Geld für dieses Buch gespart.

Oder hast du etwa noch gar kein Chemie in der Schule, willst aber trotzdem endlich wissen, was in der Welt der Atome los ist? Vielleicht hast du schon einen Chemie-Baukasten und ein paar Experimentier-Bücher ausprobiert, aber die Erklärungen reichen dir nicht? Klasse, hier bist du richtig! Während du mit Jule durch ihren Alltag stapfst (und sie dabei beobachtest, wie sie in ein Fettnäpfchen nach dem nächsten tritt), wirst du immer besser verstehen, was warum in der Natur geschieht.

Oder gehst du, wie so viele, in die 7. bis 10. Klasse, stehst mit Chemie auf Kriegsfuß und kannst dir beim besten Willen nicht vorstellen, wozu du dich mit diesem Blödsinn herumschlagen musst? Dann geht es dir genauso wie mir vor einigen Jahren. Seitdem hat sich viel getan. Ich habe nämlich inzwischen Chemie studiert. Dabei habe ich festgestellt, dass man diese Naturwissenschaft wirklich verstehen kann und dass es unglaublich hilfreich für den Alltag ist, ein bisschen Ahnung davon zu haben.

Was, das kannst du dir nicht vorstellen? Probiere es aus und setze dieses Buch auf deine Wunschliste.

Sicher wirst du mindestens eins bekommen und dann beim Schmökern feststellen, dass es in der Chemie nicht nur einen roten Faden gibt, sondern dass man ihn mit geringem Aufwand – eine Menge Spaß inklusive – finden kann.

Egal, warum du dieses Buch zur Hand nimmst, du wirst deine Welt und die darin ablaufenden großen und kleinen Wunder anschließend mit anderen Augen sehen.

Viel Freude beim Lesen, Verstehen, Lachen und Schmunzeln mit Jule wünscht dir

Andrea Heering

Übrigens: Alle überzähligen Exemplare, die du geschenkt bekommen hast, eignen sich vorzüglich zum Verkauf an die Eltern deiner Freunde – besonders vor deren Geburtstagen!

Ach so, bevor ich es vergesse: Vielleicht hast du noch Fragen? Möglicherweise willst du wissen, ob es sich lohnt, das ganze Buch zu lesen? Oder warum viele Menschen Probleme mit Chemie haben?

Oder rede ich gerade mit einem Fachkollegen oder einer Fachkollegin, die sich über ein ziemlich merkwürdiges Chemie-Buch wundern? Dann lohnt es sich, noch einen Moment in der Einleitung zu bleiben.

Ein paar Fragen und Antworten


Wie soll ich dieses Buch lesen?


In jedem Kapitel findest du drei Teile: Eine Geschichte von Jule, eine Erklärung und oft eine Menge Exkurse.

Je nach Lust und Laune kannst du dir nur Jules Geschichten mit den Erklärungen zu Gemüte führen. Mit diesen Teilen wirst du nach und nach einen soliden Überblick über die wichtigsten Aussagen der Chemie bekommen.

Wenn du aber zu den Nimmersatten gehörst, bist du bei den Exkursen genau richtig. Hier geht es wirklich in die Tiefe, und es wird wenige chemische Fragen geben, die du am Ende des Buches nicht beantworten kannst.

Am Schluss jedes Kapitels gibt es eine superkurze Zusammenfassung. Damit du sie nicht vergisst, habe ich alle diese wichtigen Sätze am Ende des Buches noch einmal zusammen gestellt. Du kannst diese Spickzettel vorsichtig ausschneiden und sie als Lesezeichen verwenden. So hast du immer einen Überblick über das, was du schon gelernt hast. Wenn du so ein richtiger Profi werden willst, kannst du dich außerdem im Internet an die Übungen wagen. www.wiley-vch.de/sachbuch und dann nach Heering suchen.

Solltest du dieses Buch wirklich für die Schule brauchen, lohnt sich ein Blick in die Endnoten am Ende des Buches. Dort bekommst du eine Menge Fachvokabular geboten, das du gewinnbringend in Klausuren und ähnlichen Leistungsnachweisen verwenden kannst. Außerdem erkläre ich dir, an welchen Stellen ich komplizierte Dinge etwas einfacher dargestellt habe als sie eigentlich sind – nur um Missverständnisse zu vermeiden! Den Index, ganz am Ende des Buches, kannst du außerdem zum Nachschlagen von Begriffen verwenden.

Aber, egal für welchen Weg du dich entscheidest: Du wirst feststellen, dass man mit ziemlich einfachen Erklärungen viel von dieser Welt verstehen kann.

Warum habe ich Chemie bisher nicht verstanden?


Dafür gibt es in der Regel zwei Gründe.

Oft ist es ein Zeichen von Intelligenz, wenn man Chemie nicht versteht. Wenn du dich wirklich für die Welt interessierst und alles wissen willst, hast du eine Menge Fragen. Leider sind die Antworten darauf nicht immer einfach. Deshalb versuchen die Erwachsenen, die Antworten so überschaubar wie möglich zu machen. Dabei kommt es aber oft vor, dass sie nicht über die schwierigen Angelegenheiten reden und Dinge überspringen, die du gerne erklärt hättest. Deshalb ist es unglaublich wichtig, dass du fragst, fragst und fragst.

Außerdem rächt es sich leider in der Chemie fürchterlich, wenn man den Anschluss verpasst hat. Hast du vielleicht zu spät angefangen, im Unterricht zu fragen? Dann kann dir dieses Buch sicher helfen. Vielleicht findet sich sogar in deiner Klasse jemand, der mit dir gerne noch einmal die Dinge durchgeht.

Muss ich in Chemie viel auswendig lernen?


Ja und nein.

Es gibt Dinge, die du unbedingt lernen musst. Wenn du keine Ahnung hast, was der Unterschied zwischen Elektronen und Protonen ist, bist du hoffnungslos verloren. Auch wenn du keinen blassen Schimmer hast, was das Periodensystem der Elemente ist, wird das Leben in Biologie und Chemie sehr schwer.

Wenn du allerdings nicht genau weißt, in welchem Jahr Lothar Meyer und Dmitri Iwanowitsch Mendelejew dieses Periodensystem der Elemente zusammengestellt haben, ist das zwar schade, jedoch wirst du deswegen nicht durch das Abitur fallen.

In diesem Buch lernst du mit den kleinen Zusammenfassungen am Ende jedes Kapitels genau dieses »Gerüst« kennen, das dir ein Überleben in den Naturwissenschaften sichert. Daher wird es sich lohnen, diese Spickzettel wirklich gut zu beherrschen.

Ich habe wenig Zeit, mich auf Chemie vorzubereiten–was soll ich tun?


Schüler, die in Chemie erfolgreich sind, nutzen vor allem den Unterricht optimal. Jede Woche hast du in der Regel zwei Stunden mit einem Profi zusammen, der dir gerne etwas beibringen möchte (= dein Chemie-Lehrer). Nutze diese Zeit zum Fragen und zum Üben – du musst sowieso da hin! Du wirst aber auch zu Hause arbeiten müssen. Damit du keine Zeit vergeudest, schlage ich Folgendes vor:

Für deinen Erfolg im Fach Chemie sind zwei Dinge entscheidend: Fachsprache und Modelle.

So ist es unendlich wichtig, dass du Vokabeln lernst. Dein Lehrer wird fast jede Stunde mehrere neue, dir unbekannte Wörter an die Tafel schreiben. Wenn du die in der nächsten Stunde vergessen hast, fühlst du dich spätestens nach 6 Wochen im Unterricht wie auf einem fremden Planeten, weil du keinen blassen Schimmer hast, wovon der Typ da vorne (= dein Chemie-Lehrer) faselt.

Daher legst du dir am besten so bald wie möglich einen Karteikasten mit den Wörtern an, die an der Tafel standen, oder die du in deinem Chemie-Buch zu der Stunde findest. Auf die Vorderseite kommt der Begriff und auf die Rückseite die Erklärung. Diese Karteikarten solltest du regelmäßig mindestens einmal in der Woche durchgehen. Es reicht nämlich nicht, die Vokabeln irgendwann zum nächsten Test zu lernen, weil du dann die Übungszeit in den Stunden nicht nutzen kannst. Kurzum: Es spart einfach deine Zeit und Nerven, wenn du im Unterricht mitarbeitest.

Lieber Kollege, liebe Kollegin


Das Fach Chemie gehört bei vielen Schülern zu den Fächern, in denen sie, nach eigenen Angaben, nichts verstehen, die sie als langweilig und sinnlos wahrnehmen.

Nach meiner Erfahrung sind es immer wieder vier Bereiche, in denen Schüler Probleme haben:

  • Die Fachsprache wird nicht oder unzureichend beherrscht. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Oft haben wir selbst Schwierigkeiten, diese meist von der Umgangssprache weit entfernte Fachsprache konsequent im Unterricht zu verwenden und geben dadurch ein schlechtes Vorbild. Weil Gebrauchssprache näher am Schüler und bildreicher ist, ist es verführerisch, bei der Einführung von komplexen Phänomenen auf diese umzusteigen. Die Anhäufung von neu (und vor allem: exakt) zu lernenden Wörtern, verbunden mit der Fülle von in jeder Stunde neu zu begreifenden Zusammenhängen, nur kurzen Übungsphasen und einer oft nicht befriedigenden Arbeitshaltung von Schülern tun ihr Übriges zu diesem Problem.
  • Das Arbeiten mit Modellen fällt den Schülern schwer, da diese häufig abstrakt und daher schwer vorstellbar sind. Darüber hinaus werden chemische Modelle oft als reales Abbild der Wirklichkeit eingeführt, was den Umgang mit ihnen und ihre Durchdringung schwierig macht.
  • Der Alltagsbezug für die chemischen Phänomene fehlt vielen...