Tauchen - Handbuch modernes Tauchen - Teil 1: Open Water Diver (OWD)

von: Thomas Kromp, Oliver Mielke

Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, 2014

ISBN: 9783440143919 , 560 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

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Preis: 7,99 EUR

Mehr zum Inhalt

Tauchen - Handbuch modernes Tauchen - Teil 1: Open Water Diver (OWD)


 

Die Tauchausrüstung

Nachdem die Formalitäten mit deiner Tauchschule erledigt sind, kann der Tauchkurs richtig beginnen; mit dem Kennen lernen der Tauchausrüstung fängt es an.

Nur das Verwenden/Anlegen einer geeigneten, den jeweiligen Umgebungsbedingungen angepassten Ausrüstung macht es möglich, dass wir uns längere Zeit unter Wasser aufhalten.

Je nachdem, welchen Zweck wir mit unserem Tauchgang verfolgen, benötigen wir eine Ausrüstung zum:

  • » Schnorcheltauchen
  • » Tauchen mit Tauchgerät, SCUBA (= Self-Contained-Underwater-Breathing-Apparatus)

Die ABC-Ausrüstung

Schon die sogenannte ABC-Ausrüstung, bestehend aus Maske, Schnorchel und Flossen, ermöglicht einen ersten Einblick in die Welt unter Wasser. Die Maske lässt uns unter Wasser klar sehen, der Schnorchel ermöglicht eine ermüdungsfreie Atmung an der Wasseroberfläche, und durch die Flossen können wir uns mühelos und flink wie ein Fisch bewegen. Betrachten wir diese Ausrüstungsstücke mal ein wenig genauer.

Die Maske

Unser Auge ist daran gewöhnt, an der Luft „zu sehen“. Richtig scharf und klar sehen wir nur, wenn vor dem Auge ein „Luftpolster“ besteht. Jeder, der unter Wasser, z. B. in der Badewanne oder im Schwimmbad, schon einmal die Augen geöffnet hat, hat die Erfahrung gemacht, dass alles nur unscharf/verschwommen zu sehen ist. Grund dafür ist das Wasser unmittelbar vor dem Auge. Setzen wir eine Maske auf, erreichen wir wieder die für das Auge gewohnten Verhältnisse und können scharf sehen.

1: Weicher, elastischer Maskenkörper aus Gummi oder Silikon mit Dichtlippe und Nasenerker zur Durchführung des Druckausgleichs

2: Nasenerker zur Durchführung des Druckausgleichs

3: Auswechselbares, verstellbares Kopfband (aus Gummi, Silikon oder Neopren)

4: Bruchfestes (tempered) Sicherheitsglas, für Brillenträger bieten sich Masken mit optischen Gläsern an

Masken mit möglichst wenig Volumen und einem geringen Abstand zwischen Maskenglas und Augen lassen eingedrungenes Wasser am besten wieder ausblasen und bieten ein besseres Sichtfeld.

Die Maske muss vor allem gut auf das Gesicht passen. Haare oder Kleidungsstücke zwischen Maske und Haut sowie Fett (Creme oder Sonnenmilch) machen die Maske undicht und müssen entfernt werden. Dein Tauchlehrer wird dir bei der Wahl einer passenden Maske behilflich sein.

Der Schnorchel

Er ist uns beim Schwimmen an der Wasseroberfläche eine große Hilfe, damit wir nicht immer wieder den Kopf aus dem Wasser heben müssen. Auch bei größeren Wellen können wir so bequem atmen und zum Boot oder Ausstieg zurück gelangen. Zu lange Schnorchel sind gefährlich, da unter Umständen die verbrauchte (Ausatem-)Luft wieder eingeatmet wird. Dieser Umstand wird als Pendelatmung bezeichnet.

1: Passendes Mundstück, am besten mit Ausblasventil zum erleichterten Ausblasen des Schnorchels

2: Länge des Schnorchels max. 30/35 cm bei einem Durchmesser von max. 18/25 mm (Kinder/Erwachsene)

3: Ausblasventil

Die Flossen

Der dritte Bestandteil der ABC-Ausrüstung sind die Flossen. Sie ermöglichen uns bei entsprechender Passform eine ermüdungsfreie, problemlose und recht flotte Fortbewegung im Wasser. Es gibt zwei Arten von Flossen:

  • » Schuhflossen
  • » Fersenbandflossen

Schuhflossen, die man direkt ohne Füßlinge anziehen kann, werden überwiegend zum Schnorcheln und im Schwimmbad genutzt. Allerdings sind die Füße dann dem Klima frei ausgesetzt und auch beim Laufen ungeschützt.

Fersenbandflossen besitzen ein offenes Fußteil mit einem Fersenband zur Befestigung der Flosse am Fuß. Bauartbedingt erfordern diese Flossen das Tragen von Füßlingen (siehe nächster Abschnitt), die zusätzlichen Schutz vor Kälte und Verletzungen bieten.

Für beide Arten von Flossen gilt:

Die Flossen sollten je nach Körpergröße und Fitness des Tauchers gewählt werden. Sie sind entscheidend für Größe und Festigkeit der Flossen. Je besser die Kondition und Muskulatur eines Tauchers, desto größer und härter können die Flossen sein, da entsprechend mehr Kraft erforderlich ist, die Beine gegen den Wasserwiderstand ausdauernd zu bewegen. Zu harte Flossen führen bei ungeübten Tauchern zu Krämpfen. Geräte und Schwimmbadflossen sind ca. 40 cm bis 70 cm lang.

Auf einen Blick!

» Die Maske muss gut auf das Gesicht passen.

  • » Zu lange Schnorchel sind gefährlich, weil sie zu Pendelatmung führen können.
  • » Die Flossen sollten der Fußgröße und Fitness des Tauchers angepasst sein.

Neopren – effektiver Kälteschutz

Wasser leitet Wärme sehr viel besser als Luft. Der Körper kühlt daher im Wasser wesentlich schneller aus als an der Luft. Aus diesem Grund tragen wir beim Tauchen besondere Anzüge zur Reduzierung der Wärmeabgabe. Als sehr effektiver Kälteschutz gilt das Neopren. Dabei handelt es sich um ein spezielles Material, welches mit einer großen Anzahl kleiner Luftblasen aufgeschäumt ist. Je nachdem, in welchen Temperaturregionen das Neopren zum Einsatz kommen soll, werden mehr oder weniger Luftblasen eingelagert. Das Material wird dadurch dünner oder dicker, und auch hier gilt: Je dicker das Neopren, desto besser die Isolation gegen Kälte. Gängige Stärken beim Neopren sind:

  • » 2-3 mm: zum Tauchen in sehr warmen Gewässern (z. B. Tropen)
  • » 5-7 mm: zum Tauchen in kühleren Gewässern.

In wärmeren Gegenden schützt diese Ausrüstung auch vor Verletzungen, z. B. durch Schürf- und Schnittwunden.

Füßlinge und Handschuhe

Die Füßlinge sind ein unverzichtbarer Teil der Ausrüstung, wenn du mit Fersenbandflossen tauchen möchtest. Neben Kälte- und Verletzungsschutz sind sie wichtig für eine gute Passform der Flossen.

Bei längerer Strecke zum Einstieg sind Füßlinge mit fester Laufsohle zu empfehlen.

Füßlinge mit Reißverschluss haben Vorteile beim An- und Ausziehen. Gleichzeitig stellt der Reißverschluss aber auch eine Kältebrücke dar, denn hier kann kaltes Wasser am ehesten und schnellsten eindringen.

Bei den Handschuhen hat sich das bequemere 5-Finger-Modell (siehe Abbildung) durchgesetzt. Es bietet zwar etwas weniger Kälteschutz als das 3-Finger-Modell, dafür hat es in Bezug auf Bequemlichkeit und Tragekomfort erhebliche Vorteile.

Tauchanzüge

Tauchanzüge sollen den Körper vor Wärmeverlust schützen. Dies ist auch in wärmeren Gewässern sehr wichtig, denn im Wasser kühlt der Körper etwa 25-mal schneller aus als an der Luft. Damit der Wärmeverlust so gering wie möglich gehalten werden kann, sollten alle Ausrüstungsteile sehr gut sitzen. Damit bleibt der Wasseraustausch möglichst gering und das vom Körper erwärmte Wasser im Anzug hilft bei der Isolation mit. Ein schlecht sitzender, zu weiter Anzug würde immer wieder neues, kaltes Wasser einströmen lassen, welches von unserem Körper erst wieder aufgeheizt werden müsste. Vergleiche dazu einfach das Prinzip einer Zentralheizung.

Kinderanzug

Einteiler

Shorty

Zweiteiler

Tauchanzüge werden unterschieden in:

  • » Nasstauchanzüge – relativ großer Wasseraustausch, daher besonders geeignet für wärmere Gewässer. Reißverschlüsse sorgen für bequemes An- und Ausziehen.
  • » Halbtrockenanzüge – Dichtmanschetten am Hals sowie an Hand- und Fußgelenken verringern den Wasseraustausch. Einige Anzüge haben auch einen wasserdichten Reißverschluss.
  • » Trockentauchanzüge – kein Wasseraustausch durch absolut dichte Manschetten und Reißverschlüsse. Sie sollten nur nach Absolvieren eines entsprechendes Kurses mit dem Abschluss des Trockentauchbrevets verwendet werden!

Auf einen Blick!

Für alle Neoprenartikel gilt:

  • » Bewegung, Blutzirkulation und Atmung dürfen niemals beeinträchtigt werden.
  • » Je perfekter die Passform, desto weniger Wasseraustausch, d. h. desto weniger...