Geliebte des Sturms - Roman

von: Sydney Croft

Heyne, 2010

ISBN: 9783641052553 , 400 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

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Preis: 7,99 EUR

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Geliebte des Sturms - Roman


 

"12 (S. 119-120)

HALEY STARRTE IN DIE SCHWARZEN MONITORE und lauschte der Grabesstille. Tot. Und eine Autopsie war dringend nötig. Irgendwann im Lauf der Nacht hatte ihre Batteriesicherung, die mindestens achtundvierzig Stunden lang funktionieren müsste, den Geist aufgegeben. Glücklicherweise hatte Haley nach der Dusche mit Remy alle Daten gespeichert - bevor sie erschöpft ins Bett gefallen waren. Als sie Schritte hörte, pochte ihr Herz schneller. Noch fühlte sie sich nicht bereit, ihm gegenüberzutreten. Ob er wohl bereute, dass er sie in sein Geheimnis eingeweiht hatte? Würde er sich ein paar Tests unterziehen?

Und wenn er Fragen stellte - was sollte sie antworten? Denn er würde Fragen stellen. Letzte Nacht hatte das Unwetter seine Aufmerksamkeit abgelenkt. Aber jetzt, nach ein paar Stunden Schlaf, unter einem klaren Himmel, würde er sich für die Einzelheiten ihres Jobs, ihren Arbeitgeber und ihre Ausrüstung interessieren. Gewiss, es wäre einfach, ihn zu belügen. Aber jetzt, da sein Geheimnis gelüftet war, konnte jede Stunde, um die sich seine Rekrutierung verzögern mochte, den Feind zu ihm führen. Am besten wäre es, Remy die Wahrheit zu gestehen, bevor er danach fragte. Allerdings musste sie den richtigen Zeitpunkt abpassen, die Atmosphäre gut einschätzen, und die hing in diesem Fall nicht mit dem Wetter zusammen.

Und das war am schwierigsten - diesmal ging es nicht um Wetterphänomene, sondern darum, was in einem Menschen vorging. Die Ankunft einer Kaltfront konnte sie dank der Insekten voraussagen, die sich auf Baumrinden versammelten. Aber Remys Reaktion vorauszuahnen, wenn sie ihm erzählte, warum sie sich wirklich hier aufhielt? Unmöglich. Und faszinierend. Der Mann glich einem Hurrikan - nur berechenbar, was die zu erwartenden Schäden betraf. Aber Remy schadete nur sich selbst, und soweit sie das feststellen konnte, war nach den Stürmen niemand hier gewesen, um ihm zu helfen. O Gott, ganz allein machte er das alles durch …

Das tat ihr in der Seele weh. Viel zu gut kannte sie, was das bedeutete, allein. Aber Remys Geheimnis ordnete ihn in eine Kategorie ein, die sie nicht ganz verstand. Die Schlafzimmertür öffnete sich, sie zuckte zusammen, und ihre Hüfte stieß gegen die Tischkante. Seufzend zog sie den Hosenbund ihrer Shorts hinab. Beim Anblick ihres Tattoos erschrak sie. Die schwarzen Linien zeichneten sich reliefartig ab und hatten sich gerötet. Warum war ihr das nicht aufgefallen, als sie sich am Morgen angezogen hatte? Nun ja, sie war mit ihren anderen Blessuren beschäftigt gewesen, den Kratzern von den hektischen Liebesspielen am Erdboden, den blauen Flecken vom wilden Sex."