Anorganische Binder - Zur Form- und Kernherstellung in der Gießerei

von: Dr. Hartmut Polzin

Fachverlag Schiele & Schön, 2013

ISBN: 9783794908745 , 240 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 64,99 EUR

Mehr zum Inhalt

Anorganische Binder - Zur Form- und Kernherstellung in der Gießerei


 

Anorganische Bindersysteme wie z. B. Lehm oder Ton werden in der Gießerei im Prinzip schon seit ihren Anfängen vor ca. 5000 Jahren verwendet. Wenn man sich aber mit der Gruppe der chemisch härtenden Systeme befasst, dann wird der Anwendungszeitraum deutlich eingegrenzt. Das vermutlich älteste chemisch härtende (anorganische) Formstoffbindersystem ist der Zement. Erste Betriebsversuche mit Zement wurden nach Roll [1.1] bereits um die Jahrhundertwende 1900 durchgeführt. Praktische Bedeutung gewann das hydraulische Bindemittel Zement aber erst durch Arbeiten von Durand, in Deutschland befasste sich zuerst Goedel mit dem Verfahren. Anwendung fand das Verfahren hauptsächlich in der Herstellung von Gussteilen aus Stahlguss. Ein frühes Werk, welches sich mit den Grundlagen des Zementformverfahrens befasst, ist [1.2].
Eine weitere schon recht lange in der Gießereiindustrie angewandte Gruppe von anorganischen Bindern sind die Kieselsäure- und Silikatbinderlösungen. Kieselsole sind Lösungen des Siliziumdioxides in Wasser und werden als Bindemittel im Wachsausschmelz- oder Feingießverfahren sowie in einer Reihe der sogenannten Genaugießverfahren angewendet. Hinz befasst sich in [1.3] mit Grundlagen dieser durch Trocknung härtenden Bindersysteme. Alkalisilikatlösungen, besser bekannt als Wasserglaslösungen, werden seit etwa 1950 in der Gießerei eingesetzt, erste Arbeiten dazu führte Petrzela durch, der 1947 das Wasserglas-CO2-Verfahren patentierte und der Öffentlichkeit vorstellte [1.4], [1.5]. Mit dem damit zur Verfügung stehenden ersten "Cold-Box-Verfahren" wurde die Form- und insbesondere die Kernherstellung durch die realisierbaren deutlich kürzeren Aushärtezeiten revolutioniert. Nahezu parallel führte auch Ljass Arbeiten zur Entwicklung des gashärtenden Wasserglasverfahrens durch [1.6] [1.7]. Das Verfahren wird bis heute, wenn auch in relativ geringem Umfang, zur Herstellung von Kernen in allen Gusswerkstoffbereichen eingesetzt.