12 kreative Gottesdienste mit Mädchen und Jungen - Zum EKD-Plan für den Kindergottesdienst 2011

von: Dirk Schliephake

Vandenhoeck & Ruprecht, 2010

ISBN: 9783647630199 , 96 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

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Preis: 3,99 EUR

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12 kreative Gottesdienste mit Mädchen und Jungen - Zum EKD-Plan für den Kindergottesdienst 2011


 

66 August: Prediger 22,2 (S. 66-67)

„Arme und Reiche – der Herr hat sie alle gemacht“

Einfall

Das schwere Erdbeben auf Haiti ist schon wieder aus dem öffentlichen Blickfeld geraten, andere Katastrophen beschäftigen Medien, die Gesellschaft und Einzelne, auch und gerade Kinder. „Betroffenheit“ im guten Sinn, Mitleid, Spendenaktionen, multimediale Informationen – sie überschlagen sich bisweilen wellenartig: Reich und arm begegnen einander. In den Tagen unmittelbar nach dem Beben war die Sorge um Etienne, das Patenkind unserer Kindergottesdienstkinder auf Haiti groß.

Es gab noch keine verlässlichen Nachrichten, ob Etienne überlebt haben würde. Der Kummer stand den Kindern ins Gesicht geschrieben. Die Nachfrage der Pastorin: „Habt ihr für Etienne und all die anderen Kinder des Internats in Port au Prince gebetet?“, beantwortet Sulamith mit einem zustimmenden Nicken – die Sorgenfalten auf dem Kindergesicht glätten sich – Entspannung wird sichtbar, Erleichterung ist zu spüren.

Reich und arm begegnen einander – hier auf weite Entfernung. Rücken reich und arm in unserem gemeindlichen Alltag dichter aneinander, begegnen sie sich im Kindergarten oder in der Schule, wird die Begegnung komplizierter: Vermeintliche Mindeststandards bei Kleidung, Wohnung, Auto der Eltern erzeugen Druck. Klassifizierung, ja Stigmatisierung sowie viel stilles Leiden sind da oft inbegriffen! In dieser Spannung lese ich in Sprüche 22.2: „Der Herr hat sie alle gemacht.“

Entdeckungen am Bibeltext (für den Vorbereitungskreis)

Dieser Halbvers kann in zwei Richtungen verstanden werden. Zunächst: Gott, der alle Menschen erschaffen hat, relativiert die auch von Kindern / Menschen gemachten Unterschiede. Gott sei Dank! Und wie kann das für Kinder erfahrbar gemacht werden – und nicht nur behauptet? Und dann ist da die andere Lesart: Reiche und Arme – es gab und gibt sie immer, das war so, ist so und wird so bleiben – das kann zu Resignation führen. Es ändert sich ja doch nichts. Legen wir also die Hände in den Schoß … Dies sind falsche Optionen. Gemeinde, Familie und Schule kommen als Lern-