Transidentität - ein unordentliches Phänomen - Wenn das Geschlecht nicht zum Bewusstsein passt

von: Brigitte Vetter

Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber), 2010

ISBN: 9783456948423 , 348 Seiten

Format: PDF, ePUB, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

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Preis: 21,99 EUR

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Transidentität - ein unordentliches Phänomen - Wenn das Geschlecht nicht zum Bewusstsein passt


 

"Kriterien für eine geschlechtsangleichende Behandlung (S. 243-244)

74. Indikation zur geschlechtsangleichenden Behandlung: Wann darf sie nach den Richtlinien gestellt werden?


Ob die Indikation zu den somatischen Maßnahmen gestellt wird, hängt entscheidend von der Bewältigung des Alltagstests und von den in Frage 68 dargestellten Voraussetzungen ab. Da es sich um schwerwiegende, irreversible (nicht umkehrbare) körperliche Eingriffe handelt, kommt es darauf an, dass die Indikationsstellung mit großer Sorgfalt und unter Berücksichtigung des Einzelfalls erfolgt.

Wichtig zu wissen ist,
¦ dass sich die Indikation zur Umwandlung nicht aus der Diagnose Transsexualität ergibt. Ein Gutachter wird sich bei seiner Beurteilung von der Beantwortung der Fragen leiten lassen,
¦ ob die somatische Behandlung voraussichtlich den Leidensdruck des Transsexuellen lindern bzw. zu seiner psychischen Stabilität beitragen wird, und

¦ warum der Betroffene diese Behandlung zu dem gegebenen Zeitpunkt braucht. Die deutschen «Standards» (Becker et al. 1997) (s. Frage 68) fordern vor Beginn der somatischen Behandlung, neben der gesicherten Di drittens muss

¦ der Transsexuelle durch entsprechende fachliche Beratung über eine realistische Einschätzung der Möglichkeiten, Grenzen und Risiken einer somatischen Behandlung verfügen. Als formale weitere Voraussetzungen für somatische Behandlungen
¦ ist die Vollendung des 18. Lebensjahres
¦ sowie ein mindestens einjähriger Alltagstest mit einer mindestens einjährigen psychotherapeutischen Begleitung erforderlich. Somatische Maßnahmen vor dem 18. Lebensjahr sind nur in Ausnahmefällen indiziert und bedürfen einer besonderen Begründung. Für das vierte inhaltliche Kriterium, das der gesicherten Diagnose der Transsexualität, müssen entsprechend der Standards folgende Kriterien erfüllt sein:
¦ eine tiefgreifende und dauerhafte gegengeschlechtliche Identifikation,
¦ ein anhaltendes Unbehagen hinsichtlich der biologischen Geschlechtszugehörigkeit bzw. ein Gefühl der Inadäquatheit in der entsprechenden Geschlechtsrolle,
¦ ein klinisch relevanter Leidensdruck und/oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionen.agnose «Transsexualität» (s. u.), die im Rahmen eines diagnostisch-therapeutischen Vorgehens gestellt wird, drei weitere inhaltliche Kriterien, die beim Transsexuellen erfüllt sein müssen."