Auf dem Weg zu global operierenden Konzernen? - BMW, Daimler-Benz und Volkswagen: Die Drei Großen der deutschen Automobilindustrie

von: Ludger Pries

Rainer Hampp Verlag, 1999

ISBN: 9783879883745 , 83 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 9,99 EUR

  • Küss mich, Playboy!
    Märchenprinz sucht Aschenputtel
    Bleib bei mir, Gabriella
    Tiffany Exklusiv Band 06 - Heisser Draht / Von dir will ich alles / Ein verführerisches Angebot /
    Sehnsüchtige Träume am Mittelmeer
    Picknick mit einem Cowboy
  • Entführt in den Palazzo des Prinzen
    Im Inselreich der Liebe
    Herzklopfen in der Karibik
    Bleibt dein Herz in Australien?
    Süsse Umarmung in Nizza

     

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Auf dem Weg zu global operierenden Konzernen? - BMW, Daimler-Benz und Volkswagen: Die Drei Großen der deutschen Automobilindustrie


 

4. Die Emergenz neuer Standortprofile in den TNKs (S. 37-38)

Das Komplizierte der gegenwärtigen Wandlungsprozesse besteht darin, daß sie weder allein auf der Konzernebene, noch allein auf der Ebene einzelner Standorte erfaßt werden können. Nach der obigen allgemeinen Darstellung der zentralen Dimensionen, auf denen sich der Übergang zu TNKs vollzieht und durch die er seine besondere Qualität gewinnt, sollen nun die Besonderheiten dieses Wandels für die Drei Großen BMW, Daimler-Benz und Volkswagen näher untersucht werden. Denn so sehr die beschriebene qualitative Übergangsphase zu Transnationalen Konzernen für die neunziger Jahre generell für alle Drei Großen gilt, die drei deutschen Automobilunternehmen unterscheiden sich doch ganz erheblich hinsichtlich ihrer Internationalisierungsgeschichte, ihrer konkreten Ausgangssituation am Ende der achtziger Jahre und auch in bezug auf die gewählten Strategien.

4.1. Volkswagen: Stetige Globalisierung und Plattformstrategie

Im Vergleich zu allen anderen deutschen Automobilunternehmen hat Volkswagen nicht nur seine globalen Aktivitäten am weitesten entwickelt, sondern auch zuerst mit einer gezielten Internationalisierung der Konzernproduktionsstrukturen begonnen. Dies hängt in erster Linie damit zusammen, daß Volkswagen in Bezug auf seine Produktpalette traditionell auf das mittlere und untere Marktsegment und auf Massenproduktion orientiert war. Schon bald nach dem Ende des Nationalsozialismus (dessen Idee eines ‘Volksautos’ das Unternehmen seinen Ursprung verdankt) entwickelte sich Volkswagen auf der Basis eines Stammproduktes, des VW-Käfers, zu einem - zunächst distributionsorientierten - Multinationa-len Konzern mit weltweitem Vertrieb und Produktionsstandorten in vielen Ländern, wobei der amerikanische Kontinent der regionale Schwerpunkt aller außerdeutschen Absatzaktivitäten war (45% aller außerhalb Deutschland verkauften Fahrzeuge wurden 1967 dort abgesetzt, vgl. Jürgens 1996, S. 27).

Das konzernweit vorherrschende Produktionsmodell läßt sich als paterna-listisch-fordistisches Käfer-Paradigma charakterisieren. Es war mit Abstrichen und ‘Adaptionen’ auch in den bald entstehenden Überseestand-orten prägend.13 In der ‘Nordhoff-Ära’ waren die Beschäftigten und ihre betriebliche sowie gewerkschaftliche Interessenvertretung in eine Strategie des Mengenwachstums und der räumlichen Expansion eingebunden. Auf der Grundlage eines relativ einfachen Produktes für den Massenbedarf (vergleichbar dem Ford T-Modell) und fordistischer Produktionsstrukturen (niedriger Mechanisierungsgrad, einfache Fertigungstechnologien, Angelernten-Qualifikationen etc.) ermöglichte ihnen dies eine materielle und auch politisch-soziale Beteiligung am Unternehmenswachstum.