Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf - Wie Frauen in Führung gehen

von: Barbara Schneider

Gabal Verlag, 2010

ISBN: 9783862001415 , 224 Seiten

7. Auflage

Format: PDF, ePUB, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

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Preis: 8,99 EUR

Mehr zum Inhalt

Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf - Wie Frauen in Führung gehen


 

3. Zehn Schritte für ein professionelles Selbstmarketing (S. 116-117)

Bei Selbstmarketing oder Selbstvermarktung winken die meisten Frauen ab: Das ist doch höchstens etwas für Stars. Da fallen uns Madonna, Verona Pooth (früher Feldbusch) oder – den Jüngeren unter uns – Paris Hilton ein. Egal, was wir von ihnen halten, sie haben es geschafft, ihren Namen zur Marke zu machen und damit ein Vermögen. Keine Sorge, Sie müssen sich nicht wie die Stars zur Schau stellen. Auffallen um jeden Preis ist nicht die Devise. Aber ohne sehen und gesehen werden geht es im Karrierezirkus eben auch nicht. Als Führungskraft stehen Sie immer im Blickfeld anderer – von Mitarbeitern, Vorgesetzten, Kollegen, Kunden und anderen Partnern –, sind exponiert. Deshalb lohnt es sich, früh darüber Klarheit zu gewinnen, ob Sie im Hintergrund bleiben oder an der Spitze eines Teams, eines Bereichs, eines Unternehmens stehen wollen.

Oftmals herrscht beim Thema Selbstmarketing noch die Sicht vor, man müsse zur »Rampensau« geboren sein. Nicht nötig. Auch wenn es nicht Ihrem Talent entspricht, im Mittelpunkt zu stehen, können Sie sich zu Ihrer eigenen Pressesprecherin entwickeln. Natürlich geht das nicht über Nacht. Sich einen guten Namen zu machen, zur anerkannten Expertin zu werden, das dauert. Eben schnell Selbstmarketing zu machen funktioniert nicht.

Eine Geschichte zum Einstieg: Kürzlich besuchte ich eine Veranstaltung zum Thema »Schlägt die Management-Diagnostik das Bauchgefühl?«. Die drei Vorträge des Abends wurden – auch das gibt es immer noch in der heutigen Zeit – allesamt von Männern gehalten. Sie können sich das Ergebnis der Diskussion schon denken. Ein klarer Punktsieg für die Diagnostik. Aber eigentlich auch vorteilhaft für Frauen, dachte ich, wenn die übliche Postenschieberei nicht per Kronprinzen-Prinzip erfolgt, sondern durch objektivere Qualifikationschecks. Weit gefehlt! Die drei Experten waren einhellig der Meinung, dass das so gut wie keine Auswirkung auf den Anteil von Frauen im Management hätte. Denn: Objektive Methoden hin, subjektive Entscheidungen her, es gäbe kaum Frauen, so ihr Argument, die diese Topjobs überhaupt übernehmen wollten. Wo jeder halbwegs clevere Mann sagt, »mach ich«, scheuten Frauen das Risiko und die Verantwortung, so einer der drei Personalberater, begleitet vom heftigen Nicken seiner Kollegen.

Eine nette Geschichte über drei Machomänner, die sowieso vom Aussterben bedroht sind? Nein. Wieso erzähle ich sie dann? Weil sie deutlich macht, weshalb effektive Eigenwerbung für Frauen so wichtig ist. Wenn Sie Männern – diese drei sind leider keine Ausnahme – nicht klipp und klar Ihr Angebot präsentieren und eindeutig signalisieren, dass Sie den Job wollen, nehmen sie Sie gar nicht erst wahr. Frauen müssen geschickt Eigen-PR betreiben: nicht nur gegen die männliche Konkurrenz, die ihre Federn spreizt, sondern auch gegen zum Teil obskure Vorurteile, die sich hartnäckig halten. Noch ein Beispiel: Vorstellungsrunde im Seminar. Vorstellungsrunden bieten im Übrigen wunderbare Chancen, sich selbst zu präsentieren, die man nicht vertun sollte. Dazu an anderer Stelle mehr.