Akute Depression

von: Martin Hautzinger

Hogrefe Verlag Göttingen, 2010

ISBN: 9783840921445 , 105 Seiten

Format: PDF, OL

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Preis: 17,99 EUR

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Akute Depression


 

5 Evaluation der Psychotherapie bei akuter Depression (S. 78-79)

5.1 Ergebnisse der Psychotherapieforschung

Nach dem aktuellen Stand vergleichender Therapieforschung bei Depressionen (vgl. de Jong-Meyer et al., 2007) lässt sich mit zunehmender Sicherheit sagen, dass gegenwärtig drei Formen psychotherapeutischer Interventionen vorliegen (die Kognitive Verhaltenstherapie – KVT, die Interpersonelle Psychotherapie – IPT und Psychodynamische Fokaltherapie – STPP), die sich der empirischen Überprüfung (z.T. wiederholt) gestellt und sich auch im Vergleich mit den bewährten psychiatrischen, medikamentösen Therapien behauptet haben. Legt man für die vergleichende Beurteilung den Anteil der depressiven Patienten zugrunde, die durch Psychotherapie voll respondieren (erreichen HDRS-Wert <, 8), dann ergeben sich die in Abbildung 17 zusammengefassten Befunde.

Psychotherapien, insbesondere die KVT und die IPT, schneiden in keiner Studie schlechter als die jeweiligen Vergleichsbedingungen ab. Die kurzfristigen Erfolge (Prä-Post-Vergleiche) sind mit den Effekten einer Pharmakotherapie bzw. einer Kombination von Psychotherapie und Pharmakotherapie vergleichbar. Zwischen den untersuchten Psychotherapien ergeben sich nur geringe Effektunterschiede (bezogen auf den Vergleich von Effektstärken bei BDI und HDRS. Bei der längerfristigen Beurteilung (Katamnesen zwischen 1 und 2 Jahren) schneiden die Psychotherapien, insbesondere die Kognitive Verhaltenstherapie, gut und meist besser als die Pharmakotherapie ab (vgl. Abb. 18). Kombiniert man die Pharmakotherapie mit einer Psychotherapie, dann zeigen sich langfristig gute, z.T. sogar größere Effekte als bei den Monotherapien, dies gilt insbesondere für chronische und rezidivierende Depressionen. Die Anzahl weiterhin symptomfreier Patienten ist bei den Psychotherapien und bei der Kombinationsbehandlung größer. Es gibt weniger Rückfälle und eine deutlich bessere Compliance (geringe Abbruchraten), außerdem erweist sich die Psychotherapie bzw. die Kombinationsbehandlung als langfristig kostengünsti ger.