Christentum - 50 Fragen - 50 Antworten

von: Richard Reschika

Gütersloher Verlagshaus, 2011

ISBN: 9783641055677 , 270 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 15,99 EUR

  • Lektüreschlüssel. François Lelord: Le Voyage d'Hector ou la recherche du bonheur - Reclam Lektüreschlüssel
    Lektüreschlüssel. Uwe Timm: Am Beispiel meines Bruders - Reclam Lektüreschlüssel
    John Sinclair - Folge 1719 - Totenmarsch
    Vampira - Folge 04 - Landrus Ankunft
    Jerry Cotton - Folge 2817 - Nimm das Geld und flieh!
    Maddrax - Folge 298 - Beim Ursprung
  • Jerry Cotton - Folge 2818 - Kap ohne Hoffnung
    John Sinclair - Folge 1718 - Die Messerkatze

     

     

     

     

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Christentum - 50 Fragen - 50 Antworten


 

"V. ZUR KIRCHE (S. 164-165)

37. Wie kam es zur Entstehung der Kirche?

»Jesus verkündete das Reich Gottes, gekommen aber ist die Kirche. «123, schrieb der Reformtheologe Alfred Loisy (1857 – 1940) in seinem 1902 publizierten Buch L’Évangile et Église. Mit seinem ironischen, bitterbösen Bonmot spricht der französische Kirchenkritiker eine grundsätzliche Spannung an, in der die Christen und damit selbstredend auch die Kirche(n) bis heute leben: die Spannung zwischen dem erwarteten, mit Jesus Christus bereits angebrochenen Gottesreich und seiner immer noch ausstehenden Vollendung.

Dabei ging es Loisy gar nicht – wie ihm oftmals unterstellt wurde – um eine generelle Verteufelung der Kirche, deren öffentliche Funktionen er prinzipiell würdigte. Vielmehr kritisierte er den mangelnden Anpassungswillen der römisch-katholischen Kirche an das religiöse Bewusstsein der jeweiligen Epoche, ihren starren Dogmatismus. Eine provokante Position Loisys, die zusammen mit seiner Weigerung, sich dem Papst zu unterwerfen, 1908 zu seiner Exkommunikation führen sollte …

Doch wollte Jesus überhaupt eine streng hierarchisch organisierte und von Amtsträgern verwaltete Institution namens »Kirche«, ein »dem Herrn gehöriges Haus«, wie die Übersetzung des griechischen Wortes kyriake lautet, von dem sich auch unser deutsches Wort »Kirche« herleitet? Zumindest die römisch-katholische Kirche – die mit über einer Milliarde Mitgliedern größte religiöse Gruppierung der Welt – bejaht diese Frage. Sie beruft sich dabei traditionell auf die Gründung durch Jesus Christus selbst, vor allem auf dessen sogenanntes »Felsenwort« an den Apostel Petrus: »Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen …« (Mt 16,18)

Neben diesem – historisch durchaus umstrittenen – »Kirchengründungsakt« geht die heutige Ekklesiologie, das heißt die theologische Lehre von der christlichen Kirche, aber auch von anderen, nicht minder wirkmächtigen Impulsen aus: nämlich von Jesu endzeitlicher Sammlung des Gottesvolkes, von der Gemeinschaft derer, die dem Auferstandenen nachfolgen, sowie vor allem vom Pfingstereignis, dem Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Letzteres wird von vielen Theologen sogar als eigentlicher Geburtstag der Ekklesia/Ecclesia (griechisch/lateinisch = »die Herausgerufene«), der Gemeinschaft derer, die von Jesus Christus aus der Welt herausgerufen wurden, angesehen: »Als der Pfingsttag gekommen war,"