Doof it yourself - Erste Hilfe für die Generation Doof

von: Stefan Bonner, Anne Weiss

Bastei Lübbe AG, 2011

ISBN: 9783838709024 , 400 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 7,99 EUR

  • Die Balanced Scorecard: Entwicklungstendenzen im deutschsprachigen Raum
    Interkulturelles Management: Die Bedeutung kultureller Einflüsse bei Diversifikationsstrategien im Personalmanagement
    Online-Kundenbetreuung: Wie Live Support Systeme dem Online-Vertrieb auf die Sprünge helfen
    Hierarchiefreiheit in Organisation und Kommunikation: Eine empirische Untersuchung am Beispiel der holländischen Unternehmensberatung Kessels & Smit
    Projektmanagement: Methoden und Werkzeuge für internationale Entwicklungsprojekte
    Projektcontrolling: Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen der Balanced Scorecard
  • Employer-Branding: Bedeutung für die strategische Markenführung. Forschungsergebnisse im Kontext erfolgreicher und nicht erfolgreicher Beispiele aus der Praxis
    Markenpolitik im Einzelhandel: Interaktionseffekte zwischen Herstellermarken und Retail Brands
    Emotionalisierung und Markenwahrnehmung bei Sportevents: Am Beispiel der Rhein-Neckar Löwen in der SAP Arena
    Chinesisches Stadtmarketing im Internet: Wie Chinas Tourismuszentren online auftreten
    Bedeutung von In-Game Advertising im Media-Mix aus Sicht der Mediaagenturen
    Kundenwert-Controlling: Werttreiberbasierte Operationalisierung eines investitionstheoretischen Kundenwertes
 

Mehr zum Inhalt

Doof it yourself - Erste Hilfe für die Generation Doof


 

"Vorurteil 1: Mit vierzig ist man zum Kinderkriegen eh zu alt (S. 340-341)

»Ich habe ein Patenkind, und das reicht mir. Eigene standen für meinen Mann und mich nie zur Diskussion. Und nun bin ich sechsunddreißig, will immer noch nicht und fände mich langsam auch zu alt dafür.«
AnNa R., Rosenstolz

Ina, die gerade als Praktikantin in einer großen Werbeagentur angefangen hat, will einmal Kinder haben. Das weiß die Fünfundzwanzigjährige ganz genau, als sie in der Firmenkantine sitzt und tönt: »Mit vierzig ist man immer noch jung, hat aber schon alles erlebt und kann als reife Mutter seinem Kind wirklich was bieten!« Neben Ina sitzt Wibke, Anfang vierzig und Marketingleiterin. Sie verkneift sich ein bitteres Lächeln. So wie Ina hatte sie sich das auch einmal vorgestellt. Aber dann war alles anders gekommen: Nach der Uni bekam sie einen Job in der Marketingabteilung einer großen Brauerei und dachte erst mal jahrelang eher an Alkohol als an Abkömmlinge.

Eine Beziehung reihte sich an die andere, nach Marc kam Maik, dann Udo. Wibke seufzt kurz und schaufelt sich ein Stück Kantinenschnitzel mit Sahnesoße rein. Sie erinnert sich noch gut an den Tag, als sie fünfunddreißig wurde. Auf ihrer Party hatte ein Bekannter Jörg angeschleppt. Liebe auf den ersten Blick und endlich der geeignete Kandidat, um es doch noch mit dem Nachwuchs zu versuchen. Doch auch neun Monate später träumte Wibke noch immer davon, endlich Dauergast im Stillcafé zu sein. Denn nun, da sie wollte, wollte es einfach nicht klappen. Künstliche Befruchtung kam für sie nie in Frage, und so gab Wibke den Traum vom eigenen Kind schließlich auf.

Wie der kinderlosen Marketingfrau geht es vielen Wunschmüttern aus der Generation Doof. Sie zögern oft so lange, bis sie das Gefühl haben, nun ohnehin nichts mehr ändern zu können. Kein Wunder, dass wir glauben, wir hätten genug Zeit: Das Vorbild der glücklichen VIP-Mamis im fortgeschrittenen Alter schreit uns überall aus den Boulevardmagazinen und Klatschspalten entgegen. Von Madonna über Marcia Cross, Sandra Maischberger und Bärbel Schäfer können wir überall im TV sehen, wie schön, fit, erfolgreich und entspannt späte Mütter sind. Alles nur ein Traum aus der Glamour-Welt der Prominenten?

Nein. In Deutschland liegt das Durchschnittsalter fürs erste Kind inzwischen bei fast 28 Jahren – vor zwanzig Jahren lag es noch bei 24,6 Jahren. Und die Zahl der Schwangerschaften über vierzig steigt, obwohl der Höhepunkt der Fruchtbarkeit mit dreißig überschritten ist und eine werdende Mutter ab 35 Jahren als Risikoschwangere gilt. Dass das Risiko von Fehlgeburten und Erkrankungen des Kindes in diesem Alter höher ist, muss heute keine Frau mehr an der Schwangerschaft hindern, wenn man dem Bochumer Gynäkologen Dr. Lothar Loch glaubt, der Landesvorsitzender beim Berufsverband der Frauenärzte ist. »Frauen in der Altersgruppe zwischen 35 und 45 entscheiden sich bewusster für eine Schwangerschaft und sind bereit, alles dafür zu tun, um auf natürliche Weise schwanger zu werden und es zu bleiben«, sagt er. »Natürlich gibt es Risiken, doch die können mit einer aufmerksamen und gewissenhaften Betreuung minimiert werden.«"