Unheil - Horror

von: Bentley Little

Bastei Lübbe AG, 2011

ISBN: 9783838708966 , 464 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 7,99 EUR

  • Die Balanced Scorecard: Entwicklungstendenzen im deutschsprachigen Raum
    Interkulturelles Management: Die Bedeutung kultureller Einflüsse bei Diversifikationsstrategien im Personalmanagement
    Online-Kundenbetreuung: Wie Live Support Systeme dem Online-Vertrieb auf die Sprünge helfen
    Hierarchiefreiheit in Organisation und Kommunikation: Eine empirische Untersuchung am Beispiel der holländischen Unternehmensberatung Kessels & Smit
    Projektmanagement: Methoden und Werkzeuge für internationale Entwicklungsprojekte
    Projektcontrolling: Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen der Balanced Scorecard
  • Employer-Branding: Bedeutung für die strategische Markenführung. Forschungsergebnisse im Kontext erfolgreicher und nicht erfolgreicher Beispiele aus der Praxis
    Markenpolitik im Einzelhandel: Interaktionseffekte zwischen Herstellermarken und Retail Brands
    Emotionalisierung und Markenwahrnehmung bei Sportevents: Am Beispiel der Rhein-Neckar Löwen in der SAP Arena
    Chinesisches Stadtmarketing im Internet: Wie Chinas Tourismuszentren online auftreten
    Bedeutung von In-Game Advertising im Media-Mix aus Sicht der Mediaagenturen
    Kundenwert-Controlling: Werttreiberbasierte Operationalisierung eines investitionstheoretischen Kundenwertes
 

Mehr zum Inhalt

Unheil - Horror


 

SONNTAG (S. 212-213)

24


Der Weckruf erfolgte noch vor Morgengrauen. Schon im Schlaf hörte Lowell das Telefonklingeln und baute es kurz in seinen Traum ein, ehe das penetrante Gebimmel so nachdrücklich auf sich aufmerksam machte, dass es jegliche Illusion zerstörte. Drei Klingelsignale später öffnete Lowell die Augen und schlug die Zudecke beiseite. Nach weiterem zweimaligem Klingeln langte er zum Telefon und riss den Hörer von der Gabel. »Hallo?«, murmelte er verschlafen.

»Wer ist das?«, fragte Rachel von der anderen Seite des Bettes, und in ihrer Stimme schwang Besorgnis mit. »Mr. Thurman«, rief die Stimme am anderen Ende, und Lowell erkannte die aufgesetzt fröhliche Stimme des Aktivitäten-Koordinators. »Tach, Rockne«, erwiderte er und stellte mit Befriedigung fest, dass auf seine flapsige Begrüßung eine kurze Pause folgte. »Zeit, aufzustehen«, meinte der Aktivitäten-Koordinator nur. »Um halb sechs beginnt die Reata-Morgenandacht im Amphitheater.

Das wäre in exakt einer Stunde von jetzt an gerechnet. Ich schlage daher vor, Sie gehen jetzt kacken, duschen und rasieren sich und setzen sich dann in Bewegung, damit Sie es noch rechtzeitig schaffen.« »Ich überlegs mir«, gab Lowell zurück und legte auf. Es machte Spaß, den Aktivitäten-Koordinator auflaufen zu lassen, denn Lowell hatte an dieser Morgenandacht ohnehin nicht teilnehmen wollen. Ganz im Unterschied zu Rachel, die das Gespräch mitverfolgt hatte. Schon war sie aufgestanden und in Richtung Bad unterwegs. »Wann fängt der Gottesdienst an?«, fragte sie und schaute zur Uhr.

»In einer Stunde«, erwiderte Lowell, »aber ...« »Wir gehen natürlich hin«, sagte sie. »Morgenandachten machen Spaß. Und das bisschen Religion wird dich schon nicht umbringen. Davon abgesehen kann ein wenig göttlicher Beistand in diesem Urlaub nicht schaden.« Nein, schaden konnte er wahrlich nicht, dachte Lowell. Erwartungsgemäß hatten die Jungs nicht die geringste Lust, die Messe zu besuchen. Lowell konnte es nur zu gut verstehen.

Wie oft hatte er als Kind eine Krankheit vorgeschützt, nur um zu Hause bleiben und den Sonntagmorgen nicht in der Kirche totschlagen zu müssen. Ein Plan mit zweifelhaftem Erfolg, denn sobald seine Mutter herausgefunden hatte, dass er nur schauspielerte, hatte es Ärger gegeben. Und war er mit der Lüge durchgekommen, hatte er nicht selten den ganzen Tag im Bett zubringen müssen. Doch Rachel hatte recht. Sie sollten die Morgenandacht besuchen. Und sei es nur, um zu sehen, welche Art von Gottesdienst das Reata veranstaltete.

Sie machten sich rasch fertig - bei zwei Badezimmern keine große Herausforderung - und aßen die letzten Frühstücksteilchen, die sie von zu Hause mitgebracht hatten. Ein letztes Mal studierte Lowell die Karte der Anlage, ehe sie sich im Halbdunkel des anbrechenden Morgens zum Amphitheater aufmachten. Ein paar Schritte vor ihnen waren bereits ein andächtig wirkender Mann und seine aufgetakelte Frau in die gleiche Richtung unterwegs.