Ehrliche Arbeit - Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier

von: Norbert Blüm

Gütersloher Verlagshaus, 2011

ISBN: 9783641054458 , 352 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

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Preis: 8,99 EUR

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Mehr zum Inhalt

Ehrliche Arbeit - Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier


 

II. Der Kapitalismus hat seine beste Zeit hinter sich (S. 214-215)

1. Arbeit und Eigentum


»Mein« und »Dein« sind nicht nur Besitz anzeigende Pronomina. Mein und dein teilen die Welt in Eigenes und Fremdes. Schon bei Kindern entwickelt sich die Grenze zwischen mein und dein zum wichtigen, ja elementaren Orientierungsmittel. Die frühkindliche Erfahrung dieser Aufteilung behält im Erwachsenenleben ihre die Welt strukturierende Geltung und verfestigt sich sogar noch.

Ob aber das »Mein« und »Dein«, die Aufteilung der Welt in Eigenes und Fremdes, wirklich schon immer galt, ist mehr als fraglich. Viel wahrscheinlicher scheint mir, dass die Unterscheidung von »Uns« und »Euer« lange Zeit wichtiger war als die zwischen »Mein« und »Dein.« Das paradiesische Gemeineigentum Die Bibel jedenfalls erzählt von einem Paradies, in dem das Privateigentum unbekannt war und erst nach der Vertreibung aus dem eigentums – und natürlich arbeitslosen Garten Eden notwendig wurde. Das Eigentum ist »der Sünde Sold« ebenso wie die »verfluchte« Arbeit. Auch außerhalb der Bibel ist in vielen Mythen und Erzählungen der Anfang der Menschheit mit der Eigentumslosigkeit verbunden.

Der Aufklärer Jean-Jacques Rousseau sah in dem Menschen, der Pfähle in den Boden rammte, um sein Eigentum, seinen Grund und Boden zu umzäumen, den Stifter aller Streitereien. Der Ökonom Pierre-Joseph Proudhon, ein radikaler, der Anarchie zugeneigter geistiger Verwandter von Karl Marx, sah im Eigentum sogar Diebstahl. Karl Marx wiederum erkannte im Eigentum jenen Stoff, aus dem die Klassengesellschaft ihr Konfliktpotenzial gewann. Das goldene Zeitalter der Eigentumslosigkeit wurde von vielen politischen Revolutionären zum erstrebenswerten Ziel der Geschichte erklärt.

Bis in die jüngste Zeit kennt die Geschichte viele Versuche, die Idee des paradiesischen Gemeineigentums zu reanimieren. Der uralte Streit um das Eigentum sollte damit beigelegt werden. Doch diese Hoffnung hat sich immer wieder als Illusion erwiesen. Denn die Funktionäre des Gemeingutes gerieten sich bisweilen nicht weniger in die Haare, als wir es von Besitzern des Privateigentums kennen. Selbst die Gemeinschaften frommer Ordensleute kamen mit ihrem Armutsgelübde, das von ihnen Verzicht auf Privateigentum verlangte, nicht immer wirklich gut zurande.

Oft war das Gebot der Eigentumslosigkeit sogar der Sprengstoff von Ordensspaltungen und – neugründungen. Benediktiner und Zisterzienser, Franziskaner und Kapuziner können davon ein Lied, ein garstiges Lied singen. Die Reichen taten sich mit der Nachfolge Jesu immer schwer. Schon im Lukasevangelium steht, dass leichter ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als ein Reicher ins Reich Gottes gelangt. Nicht dem reichen Prasser versprach Jesus das Himmelreich, sondern dem reuigen Dieb, der an seiner Seite gekreuzigt wurde. »Amen, ich sage Dir: Heute noch wirst Du mit mir im Paradiese sein.«