Denn dein ist das Böse - Italien-Krimis

von: Giancarlo De Cataldo

Bastei Lübbe AG, 2011

ISBN: 9783838702100 , 576 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 4,99 EUR

  • Im Inselreich der Liebe
    Julia Extra Band 0321 - Mit dir unter dem Mistelzweig / Ein verführerisches Geschenk / Zuckerguss und Weihnachtskuss / Frohe Weihnachten, Louise! /
    Herzklopfen in der Karibik
    Bleibt dein Herz in Australien?
    Süsse Umarmung in Nizza
    Küss mich, Playboy!
  • Bleib bei mir, Gabriella
    Tiffany Exklusiv Band 06 - Heisser Draht / Von dir will ich alles / Ein verführerisches Angebot /
    Julia Extra Band 0323 - Sommernacht in Rom / Heissgeliebter Feind / Prinzessin Undercover / Ein Baby für den Playboy /
    Julia Extra Band 0322 - Die Hochzeit des Prinzen / Nur bei dir fühl ich mich geborgen / Verzaubert vom Fest der Liebe / Und immer wieder du! /

     

     

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Denn dein ist das Böse - Italien-Krimis


 

DIE GRENZE DES VERBRECHENS  (S. 302-303)

Loriano Macchiavelli


Frei erfundener, doch quasi realer Noir Ein Prolog, wenn auch unüblich bei Kurzgeschichten In diese hässliche Geschichte ist Sarti Antonio, Sergente, hineingeraten, weil er hinter bestimmten Diebstählen von SUV, Geländewagen und anderen Ungeheuern dieses Typs her war. Seit einiger Zeit verschwinden ein paar zu viel von diesen schönen, platzraubenden, umweltschädlichen und unpraktischen Automobilen, und die reichen Bologneser fangen langsam an, unruhig zu werden. Am Steuer dieser Ungeheuer fühlen sie sich wie Indiana Jones und erleben Abenteuer in der afrikanischen Savanne, ohne sich weit von der Via Indipendenza wegzubewegen. Oder vom Café Zanarini an der Piazza Galvani. So ist der Lauf der Welt. Mein Polizist ist bereits Marcella Carlotti alias Rasputin auf die Spur gekommen, hat aber keine Beweise.

Rasputin ist ziemlich clever. Er kennt sie schon länger und hat eine Weile gebraucht, um glauben zu können, dass ein hübsches Mädchen wie sie, noch dazu mit Hochschulabschluss, dicke Schlitten klaut. Den letzten Diebstahl hat ihm der gute Settepaltò gemeldet. Falls ihr Settepaltò noch nicht kennt, hier ist er: Die Biedermänner halten ihn für einen Penner, den ältesten, der in Bologna herumläuft, einen, der einem auf die Eier geht, die Landschaft verschandelt und besser aus dem Verkehr gezogen werden sollte. In Wirklichkeit aber ist Settepaltò ein sanfter Engel, vom Schicksal eigens dazu abgesandt, seinen Mitmenschen zu helfen.

Das tut er, indem er Passanten gratis einen Bauarbeiterhelm anbietet, der sie vor schädlicher Strahlung schützen soll, seiner Ansicht nach die Hauptursache für die körperlichen und seelischen Übel, welche die Bologneser plagen. Und das sind viele. Sowohl die Übel als auch die Bologneser. Bis vor ein paar Jahren sammelte er Papier und Pappe, lud die Stöße auf sein Fahrrad und fuhr sie zu der Baracke am Stadtrand, wo er seit jeher wohnt.

Er verkaufte, was er zusammengetragen hatte, und konnte davon auf ehrliche Weise überleben, ohne der Gemeinde zur Last zu fallen. Dann entschied ein Herr - ein großer Umweltschützer, wenn man ihn so reden hörte, weniger wenn man ihn handeln sah -, dass es an der Zeit sei, die Mülltrennung einzuführen, und ließ in den Straßen vielfarbige Container aufstellen, die von den Bürgern seitdem fleißig gefüllt werden: Papier und Pappe in die hellblauen, Kunststoff in die gelben, Glas in die grünen, Altkleider in die zartrosanen. Einmal pro Woche kommt ein Lastwagen für jede Farbe, leert die Container und transportiert den Müll an einen dafür vorgesehenen Ort.

Ab da wird er wieder zusammengeworfen wie früher. Das heißt, schlimmer als früher, denn nun haben Papier und Pappe ihr bisschen Wert verloren und zwingen Settepaltò zur ungetrennten Müllsammlung. Das heißt, er sammelt jetzt alles. Winter wie Sommer trägt er einen Schutzhelm und mehrere Mäntel übereinander. Die Mäntel schützen ebenso wie der Helm vor Strahlung, aber weil sie aus Stoff sind, werden sie davon durchtränkt und müssen häufig ausgetauscht werden. Der äußere, der Strahlung am stärksten ausgesetzte, wird vor dem Verschlag am Sostegnino, der ihm als Behausung dient, verbrannt. Ist dieses Reinigungsritual vollbracht, zieht Settepaltò einen neuen unter die vorigen, und der zweite wird zum ersten. Bis auch der mit absorbierter Strahlung gesättigt ist und geopfert werden muss. Er lebt glücklich mit seiner Armut und seiner Nächstenliebe. Wie viele Jahre er zählt, weiß niemand. Viele jedenfalls, verbracht in seliger Einsamkeit.