Schach Eröffnungen. - Das Königsspiel als Schlüssel zu erfolgreichen Eröffnungssystemen

Schach Eröffnungen. - Das Königsspiel als Schlüssel zu erfolgreichen Eröffnungssystemen

von: László Orbán

Humboldt, 2009

ISBN: 9783869109589 , 386 Seiten

2. Auflage

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

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Preis: 9,49 EUR

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Schach Eröffnungen. - Das Königsspiel als Schlüssel zu erfolgreichen Eröffnungssystemen


 

I. Teil: Angriff gegen f7 (S. 19-20)

Ruhige Figurenentwicklung

Wenn der Anfänger die Schäferperiode überwunden hat, dann sollte er vor allem nach leicht verständlichen Eröffnungen Umschau halten, die er ohne Schwierigkeit bewältigen kann. Der Hauptzweck des Eröffnungsspiels ist die zügige und schnelle Entwicklung der Figuren. Das heißt: Die Springer, die Läufer und die Dame müssen die Grundreihe verlassen und im Inneren des Brettes eine günstige Angriffs- oder Verteidigungsstellung einnehmen, danach mit einer alsbaldigen Rochade den König in Sicherheit bringen und die Türme beweglich machen.

Die „Entwicklung" bedeutet also: „Figuren raus!" Die Eröffnung hat dabei auch einen Nebenzweck: Weiß versucht in den meisten Spielanfängen, das ideale Bauern zen trum d4/é4 zu errichten. Dadurch entstehen oft recht schwie rige Eröffnungsprobleme. Da aber Weiß nur nach fehlerhaftem Gegen spiel die begehrte Bauernmitte d4/é4 aufbauen kann, wird es dem Anziehenden nicht allzu schwerfallen, auf die im Voraus zum Scheitern verurteilte, vergebliche Liebesmüh zu verzichten. Weiß verliert nichts, falls er sich, anstelle des Kampfes um das Zentrum, mit der schnellen und wirksamen Aufstellung seiner Figuren begnügt.

Zwar verliert der Anziehende nach weni- gen Zügen den sog. Anzugsvorteil, doch kann er unbehindert eine chancenreiche und günstige Angriffsstellung aufbauen. Trotz des Verzichtes auf die lächerliche Balgerei um die Mitte entstehen vollwertige Eröffnungen – obwohl sie von vielen Meistern herabschätzend als „Stumpfsinnvarianten" verspottet werden. Das ist jedoch nicht wahr. Kümmern Sie sich also um diese oberflächliche Geringschätzung nicht, und erlernen Sie vor allem jene leicht verständlichen Spielweisen, die lediglich eine schnelle Entwicklung der Figuren bestreben!´

1. Giuoco pianissimo, auf Deutsch: „das leiseste (oder ruhigste) Spiel", eine Variante der Italienischen Eröffnung. Sie entsteht nach den Einleitungszügen:

1. é2 – é4, é7– é5, 2. Sg1– f3, Sb8 – c6, 3. Lf1– c4, Lf8 – c5, 4. d2 – d3 nebst 5. Sb1– c3 oder umgekehrt.
2. Italienisches Rochadespiel: 1. é2 – é4, é7– é5, 2. Sg1– f3, Sb8 – c6, 3. Lf1– c4, Lf8 – c5, 4. 0 – 0.
3. Italienisches Vierspringerspiel: 1. é2 – é4, é7– é5, 2. Sg1– f3, Sb8 – c6, 3. Sb1– c3, Sg8 – f6, 4. Lf1– c4.
4. Wiener Eröffnung: 1. é2 – é4, é7– é5, 2. Sb1– c3. Dieser Zug dient zumeist zur Vorbereitung des Bauernopfers 3. f2 – f4 (Wiener Gambit). Hier werden wir vorerst nur jene einfachen Varianten behandeln, die auf das Gambit f2 – f4 verzichten.
5. Läuferspiel (genauer Königsläuferspiel): 1. é2 – é4, é7– é5, 2. Lf1– c4 – ein Vorgänger der Italienischen Eröffnung, in der Lf1– c4 erst im 3. Zug nach der Vorbereitung 2. Sg1– f3, Sb8 – c6 geschieht.