SDV. Sprache und Datenverarbeitung. International Journal for Language Data Processing. 2/2008, 32. Jg.

SDV. Sprache und Datenverarbeitung. International Journal for Language Data Processing. 2/2008, 32. Jg.

von: Hermann Cölfen, Hans-Christian Schmitz, Ulrich Schmitz, Bernhard Schröder (Hrsg.)

UVRR Universitätsverlag Rhein-Ruhr, 2008

ISBN: 9783940251541 , 89 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 25,99 EUR

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SDV. Sprache und Datenverarbeitung. International Journal for Language Data Processing. 2/2008, 32. Jg.


 

Was Styleguides der IT-Riesen regeln (S. 27-28)

International and large-scale IT enterprises such as Microsoft, Apple, Sun and IBM published a guide each using their English style. This article elaborates the ideas of these enterprises in relation to language use and language standardization in the field of technical communication, in addition, this article discusses the established rule sets. The results carried out that the style guides focus on the same rules, but these rules show some variation between the guides. International tätige IT-Großunternehmen wie Microsoft, Apple, Sun und IBM haben jeweils einen englischsprachigen Styleguide auf dem Markt. Dieser Beitrag eruiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede der jeweiligen Firmen in Bezug auf die Sprachverwendung und -standardisierung für die technische Kommunikation und diskutiert die Regelwerke. Das Ergebnis ist, dass die Styleguides zwar ähnliche Regeln thematisieren, die Vorgaben im Detail allerdings variieren können.

1 Einleitung

Sprachliche Standardisierung ist gegenwärtig mit vielen Hoffnungen verknüpft. Unter diesem Oberbegriff ist eine Vielzahl an unterschiedlichen Ansätzen zu finden, die entweder adoptiert oder adaptiert werden können. Die Notwendigkeit von Standardisierung im Kontext von Kommunikation und Sprache ergibt sich laut Göpferich (2004:457ff) vor allem in den Bereichen Mensch/Maschine-Kommunikation und Technische Dokumentation. Beim Ersteren vereinbart man für den Computer Befehle, die interpretiert werden können, um vorbestimmte Reaktionen herbeizuführen.

Als Hauptziele für die Technische Dokumentation gelten Konsistenz, Wiederverwendbarkeit, Internationalisierung und geringer Nachbereitungsaufwand. Standardisierung erfülle u.a. den Zweck der Kosteneinsparung und Qualitätsverbesserung (u.a. Muthig 2008:7ff). Die Sprachsteuerung bezieht sich dabei vor allem auf den verwendeten Wortschatz – genauer die Terminologie. Hier wird festgelegt, welche Benennungen wann (und ob überhaupt) verwendet werden dürfen und was sie bedeuten (beziehungsweise welcher Begriff sich dahinter verbirgt).

Warum mehr als nur die Terminologie geregelt werden sollte, lässt sich aus folgender Behauptung ableiten: „Konsistente Dokumente entstehen kann. nur dann, wenn auch eine Einschränkung der in dem jeweiligen Umfeld zulässigen grammatischen Konstruktionen und stilistischen Variationen erfolgt." (Göpferich 2004:432) Als Resultat zeichnet sich eine standardisierte Sprache durch das Vorherrschen einer konsistenten Terminologie, der Einheitlichkeit von Stil, Formulierungen und Gestaltung, den Verzicht auf kulturspezifische Informationen sowie einen durch Regeln beschränkten und variationsarmen Wortschatz und Satzbau aus. Im Kontext von Organisationen und Unternehmen wird Standardisierung unter anderem anhand von Styleguides (hier bedeutungsähnlich zu Redaktionsleitfäden, Redaktionshandbüchern, Stilrichtlinien etc. behandelt) realisiert.

Sie sind weder auf Sprache noch auf Branche oder Anwendungsgebiet limitiert, so dass sie in Firmen, Organisationen, Medienanstalten, Bildungs- oder staatlichen Einrichtungen eingesetzt werden können. Dieser Aufsatz untersucht englischsprachige Styleguides der IT-Branche, die primär Vorgaben für die Technische Dokumentation formulieren. Nach einem deskriptiven Teil mit zahlreichen Beispielen aus den Primärquellen werden die aufgestellten Regeln zu Lexik/Terminologie, Syntax und Text/Stil sowie der Kontext in dem diese vorkommen diskutiert.