PLM - Product Lifecycle Management

PLM - Product Lifecycle Management

von: VDMA Informatik (Hrsg.)

VDMA Verlag GmbH, 2008

ISBN: 9783816305538 , 97 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 38,99 EUR

Mehr zum Inhalt

PLM - Product Lifecycle Management


 

5 PLM-Vorgehensmodell (S. 12-13)

5.1 Anforderungen an das Vorgehensmodell

In den vorangegangenen Kapiteln sind die Phasen mit den zugehörigen Prozessen, Methoden und Werkzeugen für die Handhabung des PLM-Themas eingeführt, definiert und beschrieben worden. Das PLM-Vorgehensmodell benutzt diese Elemente zur Planung und Durchführung von PLM-Projekten im Unternehmen. Dabei wird ein Top-down- Ansatz verfolgt. Die einzelnen Schritte werden in den nächsten Kapiteln vorgestellt, wobei die folgenden Punkte während des gesamten Projektes zu berücksichtigen sind.

• Das Modell soll praxisnah anwendbar sein.

• Das Modell soll auf die Bedürfnisse eines Unternehmens flexibel anpassbar sein (Customizing).

• Das Modell soll bei Bedarf auch individuell erweiterbar sein.

• Das Modell soll schnell aus dem großen Vorrat von Elementen diejenigen identifizieren, die für den konkreten Fall von Bedeutung sind.

• Das Modell soll in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten zu den Handlungsbedarfen im Unternehmen führen.

• Aus den Ergebnissen soll direkt ein PLM-Projekt initiiert werden können. Das Vorgehensmodell besteht aus den folgenden acht Schritten, die in den Kapiteln 5.2 bis 5.9 detailliert beschrieben sind:

1. Ausgangsbedingungen festlegen

Rahmenbedingungen, gesetzliche Anforderungen, Unternehmensstrategie, etc. berücksichtigen.

2. Phasen bestimmen

Phasen festlegen, die betrachtet werden sollen bzw. vom Unternehmen abgedeckt werden.

3. PMWs für jede Phase zuordnen

Für jede zu betrachtende Phase sind die zutreffenden PMWs zu bestimmen. Dies ist in der Regel unternehmensspezifisch (customized für das Unternehmen).

4. Ist-Analyse-Stufe der PMWs für jede Phase bestimmen

Für jedes zutreffende PMW ist für jede Phase, der es zugeordnet wurde, eine Analyse durchzuführen.

5. Referenz für die PMWs für jede Phase bestimmen (optional)

Für jedes zutreffende PMW ist für jede Phase, der es zugeordnet wurde, eine Referenz zu bestimmen.

6. Zielstufe der PMWs für jede Phase festlegen

Für jedes zutreffende PMW ist für jede Phase, der es zugeordnet wurde, eine Zielstufe festzulegen.

7. Entscheidungsvorlage erstellen

Die Entscheidungsvorlage muss die objektive Darstellung von Aufwänden, Priorisierung und dem Nutzen vom Ist gegenüber dem Soll enthalten.

8. Entscheiden und Umsetzungsprogramm aufsetzen

Hier ist ein Vorgehen wie bei einer Systemeinführung vorzunehmen.

5.2 Ausgangsbedingungen festlegen

Zunächst wird der Rahmen definiert, der zur Beschäftigung mit dem Thema führt. Hier spielen hinein

• Rahmenbedingungen, z. B. Kauf eines Unternehmens und anstehende Prozess- und Datenintegration, erkannte Wettbewerbsschwächen, Technologiewechsel von 2D- zur 3D-Konstruktion

• Gesetzliche Rahmenbedingungen, z. B. Vorschriften zum Recycling mit Werkstoffkennzeichnung, Produkthaftung mit Nachweispflichten

• Unternehmensstrategie, z. B. Rückzug auf Kernkompetenzen und Aufgabe der Eigenfertigung, Erweiterung des Geschäftsfeldes auf den Betrieb und Service, Produktoffensive mit einer komplett neuen Produktlinie

• Interne Ausrichtung eines Unternehmens:

- Zunehmend automatisiert ablaufende Prozesse anstreben, z. B. automatische Generierung von NC-Programmen aus den Geometriedaten der Konstruktion

- Anteil der Informationstechnik entlang der Wertschöpfungskette innerhalb des PLM vergrößern, z. B. durch Kopplung von Systemen, die eng mit einander wirken müssen wie Konstruktion, Dokumentationserstellung, Übersetzung, Service