Loge der Lust - Erotischer Roman

von: Sandra Henke

venusbooks, 2015

ISBN: 9783958850286 , 368 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: frei

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Preis: 7,99 EUR

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Loge der Lust - Erotischer Roman


 

1. KAPITEL


Christeena McLight war in Hochstimmung. Sie lenkte ihren silbermetallicfarbenen Landrover Discovery aus London heraus. Euphorisch fuhr sie das Seitenfenster herunter und hielt ihr Gesicht in den warmen Fahrtwind.

„Ah, der Duft der Freiheit!“

Sie lachte ihr Spiegelbild im Rückspiegel an. Für jede junge Frau war es ein überwältigendes Gefühl, flügge zu werden und von zu Hause auszuziehen, endlich auf eigenen Füßen zu stehen. Doch für Teena, wie Familie und Freunde sie nannten, war es mehr als das. Es war erregend! Jede Pore ihres Körpers war wie elektrisiert, weil sie mit ihren 23 Jahren das erste Mal ihren Kopf durchgesetzt hatte.

Ihr Vater, Gregory, hatte sie vom Umzug abhalten wollen. „Ich könnte dir etwas beim Metropolitan Police Service besorgen. Du weißt doch, dass ich als Makler für WirtschaftsAssekuranz über exzellente Verbindungen verfüge und dass ich mich nicht scheue, sie privat zu nutzen.“

„Danke, aber nun, nach dem Abschluss der Polizeischule, möchte ich irgendwohin, wo eine Herausforderung auf mich wartet.“ Eigentlich wollte sie ihrem goldenen Käfig und dem Erwartungsdruck, den die gehobene Londoner Mittelklasse auf sie ausübte, entfliehen, aber das hatte sie nicht auszusprechen gewagt.

„Dann lass mich wenigstens arrangieren, dass du nicht Streife laufen musst. Das ist viel zu gefährlich.“

Sie hatte eingewilligt, nur damit ihre Eltern sie ziehen ließen, und wurde prompt in ein Nest beordert, in dem sich Hase und Fuchs gute Nacht wünschten.

Geschickt eingefädelt, Dad, hatte Tina gedacht, als sie die Nachricht erhielt.

Gardenrye. Schon der Name hörte sich schauderhaft ländlich an. Aber zumindest lag das Städtchen weit im Norden Englands, in der Nähe von Newcastle upon Tyne. Ihre Eltern würden somit nicht täglich vor der Tür stehen können.

Teena überlegte, ob sie den neuen Rover verkaufen und sich einen Kleinwagen anschaffen sollte, denn auch der Discovery war nur ein Zugeständnis an ihren Vater gewesen.

„Ich habe einen neuen Wagen für dich erstanden“, hatte er kurz vor ihrer Abreise freudestrahlend verkündet und ihr einen Schlüssel in die Hand gedrückt.

Als sie das imposante Fahrzeug in der Auffahrt stehen sah, verschlug es ihr die Sprache.

Ihr Vater pries den Landrover an wie ein Autoverkäufer. „In den großen Kofferraum passen all deine Sachen hinein. Du musst dir nichts hinterherschicken lassen.“

„Ich hatte nicht vor, viel mitzunehmen“, warf sie ein.

„Die Grafschaft Tyne and Wear ist sehr, nun ja, wie soll ich es sagen, rustikal“, fügte er lächelnd hinzu. „Du wirst den Allradantrieb brauchen.“

„Selbst dort gibt es geteerte Straßen.“

Er schaute sie mit großen Augen an. „Heißt das, du willst den Discovery nicht?“

Gegen seinen Dackelblick verlor sie jedes Mal. Von wegen Töchter können ihre Väter um den kleinen Finger wickeln! Andersherum funktionierte es offensichtlich auch. „Doch.“

„Ich kann ihn zurückgeben“, sagte er hastig und versuchte, ihr den Schlüssel abzunehmen.

Rechtzeitig zog sie die Hand zurück. „Schon gut.“

„Du behältst deinen alten Wagen oder kommst mit und suchst dir einen aus, der dir wirklich gefällt.“

„Ich nehme ihn.“

„Ich möchte dich nicht zwingen.“

Fast hätte sie geschrien: „Das tust du doch gerade!“ Stattdessen umarmte sie ihn und sagte mit sanfter Stimme: „Danke, Dad. Ich freue mich sehr. Den Landrover werde ich gut brauchen können.“ Sie fühlte sich oft so schwach.

Nun lenkte sie den Wagen auf die Schnellstraße in Richtung Northhampton, fort von ihren sie beschützenden Eltern und dem einengenden Gesellschaftsleben. Mit ihrem orangeroten Haar und den Sommersprossen war sie schon als Kind eine Außenseiterin gewesen, und das hatte sich auch später nicht geändert. Aus Protest hatte sie als Teenager nie Make-up benutzt und sich meist wie ein Junge gekleidet, obwohl sie neidisch auf die Schönheiten an ihrer Schule geschaut hatte. Vermutlich war selbst ihre Entscheidung, Polizistin zu werden, eine Art Rebellion gegen den Druck von allen Seiten.

Ihre Mutter Sybill hatte fast den Darjeeling über ihre neue Chiffonbluse geschüttet, als sie von der Berufswahl ihres einzigen Kindes erfahren hatte.

„Einen Männerberuf?“ Geräuschvoll stellte sie die Teetasse auf den Unterteller.

„Viele Frauen werden Polizistin. Wir leben im 21. Jahrhundert.“

„Du wirst aber im Schlamm robben müssen wie eine Soldatin.“

„Sport gehört zur Ausbildung dazu. Fitness ist wichtig.“

„Aber du bist so schmächtig. Stehst du den Drill überhaupt durch?“ Sybill schob ihr provokativ die Glasschale mit den Butterkeksen hin.

Anstatt sich zu bedienen, verschloss Teena die Schale mit dem Deckel aus Kristallglas. „Ich bin schließlich kein Porzellanpüppchen.“

„Du warst schon immer anders als die anderen Mädchen in deinem Alter.“

Das hatte gesessen! Ja, sie war anders, aber mittlerweile war sie eine junge Frau und kein Kind mehr.

„Es tut mir leid“, hatte sie traurig gesagt und sich auf ihr Zimmer zurückgezogen, um ihre Wunden zu lecken.

Immer wieder Vorwürfe. Teena hielt es nicht mehr aus und flüchtete in die Fremde. In Gardenrye würde sie einen Neuanfang machen. Niemand dort kannte sie oder ihre Familie. Sie war einfach Christeena McLight, die neue Kollegin, Nachbarin, Freundin – Geliebte?

Teena sehnte sich schmerzlich nach Liebe und Sex. Sie masturbierte immer öfter, weil sie seit zwei Jahren keinen Freund mehr gehabt hatte. Die weibliche Konkurrenz in London war einfach zu groß. Manchmal erschien es Teena, als wären alle Frauen der Hauptstadt hübscher als sie. Einmal hatte sie sich die roten Haare schwarz gefärbt und die Sommersprossen mit einer dicken Schicht Make-up über-schminkt. Doch die Frau im Spiegel war nicht mehr sie gewesen, und so hatte sie diese Prozedur nicht wiederholt.

Aber – wer war sie wirklich? Sie spürte eine starke Sehnsucht, die sie verwirrte.

Woher wussten die anderen jungen Frauen nur, wie man Männern verführte? Sie selbst stellte sich nur allzu dumm dabei an. Steif stolzierte sie auf ihren Storchenbeinen vor ihnen umher, unsicher und mit hochroten Wangen, und machte sich lächerlich.

Teena hatte alles, was man sich wünschen konnte: ein wohlhabendes Elternhaus, gebildete Freunde und eine aussichtsreiche Zukunft – nur keine feminine Ausstrahlung.

Konzentriert überholte sie einen Lastwagen, scherte vor ihm wieder ein und schaute in den Rückspiegel. Sie strich die Haare glatt, die sich aus ihrer Frisur gelöst hatten. Obwohl sie sich an diesem heißen Sommermorgen hübsch gemacht hatte, wirkte sie farblos. Sie trug einen weißen Wickelrock aus Seidenstoff, der mit einem Kirschblütenmuster bedruckt war, ein zartes asiatisches Dessin, das die beiden Essstäbchen, die sie sich keck in die Hochsteckfrisur gesteckt hatte, aufgriffen. Ihre Mutter hatte nur stumm die Augen verdreht, aber nichts gesagt, denn immerhin trug Teena seit Langem einmal wieder einen Rock und eine Bluse und nicht Jeans und T-Shirt.

Wieso nur hatte sie immer noch das Gefühl, dass ihre Eltern sie wie ein Kind behandelten? Sie war 23 Jahre alt – blutjung und trotzdem reif genug, um einen Ehemann und Kinder haben zu können. Aber sie hatte nicht einmal einen Freund. Das sollte sich in Gardenrye ändern, das und mehr!

Übermütig rief sie aus dem Fenster: „Ich bin eine Frau, durch und durch!“ Dabei knöpfte sie die Bluse so weit auf, dass die Ansätze ihres Busens zu sehen waren. Sie trug nie einen Büstenhalter, denn ihre Brüste waren klein und fest mit großen, kräftigen Brustwarzen, die sich selbst auf Winterpullovern abzeichneten.

Beschwingt zog Teena den Stoff beiseite, sodass sich die Brüste in ihrer vollen Pracht präsentierten. Ob die anderen Autofahrer ihren entblößten Busen sehen konnten? Fanden sie ihn schön?

Sie war sich bewusst, dass ihre Hüften zu knochig und ihr Bauch zu flach waren. Eine klassische Schönheit war sie nicht, deswegen versteckte sie ihren Körper unter sportlicher Kleidung. Aber ihre zarten Kurven erregten zumindest sie selbst.

Es machte sie an, mit blankem Busen über die Schnellstraße zu fahren und Gefahr zu laufen, entdeckt zu werden. Diese Seite an sich hatte sie noch nicht gekannt, und sie schmunzelte, während ihre Hand beiläufig in den tiefen Ausschnitt glitt. Sie streichelte ihre Brüste. Zärtlich rieb sie mit dem Daumen über ihre Brustwarze, die bald ebenso erblüht war wie der Blumenflor auf dem Seidenrock. Der Nippel wurde hart und rosig. Er gierte nach mehr Liebkosungen, und so begann Teena, ihn zu zwirbeln, ohne den Blick von der Fahrbahn zu nehmen. Behutsam kniff sie hinein. Sie seufzte. Während sie den Busen kräftig massierte, begann es in ihrem Schoß begierig zu prickeln.

„Halte deine Finger im Zaum, Teena“, rügte sie sich selbst und griff mit beiden Händen ans Lenkrad. Nicht nur dass es gefährlich war, beim Autofahren zu masturbieren, es war vor allem unangebracht.

„Es gibt keinen schlechteren Zeitpunkt, sich gehen zu lassen“, murrte sie. „Ach, zur Hölle!“

Sie war schließlich aus London geflohen, um endlich frei zu sein. Weshalb ließ sie sich nun von ihrer Erziehung einschränken? Die Moral, die das...