Gesellschaft und seelische Gesundheit. Mentalhygiene in Forschung, Theorie, Praxis und Ausbildung

Gesellschaft und seelische Gesundheit. Mentalhygiene in Forschung, Theorie, Praxis und Ausbildung

von: Teodóra Tomcsányi

Lambertus Verlag, 2003

ISBN: 9783784114767 , 217 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

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Preis: 14,99 EUR

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Gesellschaft und seelische Gesundheit. Mentalhygiene in Forschung, Theorie, Praxis und Ausbildung


 

4. DIE NEUARTIGKEIT UND BESONDERHEITEN DER MENTALHYGIENEAUSBILDUNG (Seite 88 - 89)

Bei den Grundprinzipien, die sich im Selbstverständnis der Mentalhygieneausbildung widerspiegeln, handelt es sich um keine neuen Entdeckungen. Sie waren schon vor Jahrhunderten in den menschlichen Beziehungen und der Arbeit von Institutionen auf spontane Weise vorhanden. Ein „geborener" Lehrer oder Pfarrer konnte über die, zur Erhaltung und Entwicklung der seelischen Gesundheit notwendigen Fähigkeiten verfügen oder diese Werte vermitteln, ohne dies gelernt zu haben. Jedoch sind bei vielen von ihnen diese Fähigkeiten verloren gegangen oder sind in den Schatten anderer Gesichtspunkte, Werte und Reflexe getreten.

Es scheint, als sei die von humanen Werten geleitete spontane Hilfe und Aufmerksamkeit verkümmert. Traditionen und Beziehungssysteme haben sich verändert und sind oft auseinandergefallen. Es ist, als wäre mit der Wandlung jenes Dorfes, wo Richter, Pfarrer, Lehrer und Kantor sich gemeinsam für die Sache des Dorfes eingesetzt haben, auch die Gemeinschaft der Menschen und Berufe ausgestorben.

Dieser Mangel regte die Bildung der unter Anschluss mehrerer Wissenschaftszweige entstehenden „neuen Wissenschaft" an und die darauf aufbauende Praxis führte zur Entfaltung der Mentalhygiene. Der Mangel spornte auch dazu an, die Mentalhygieneausbildung als System zur Weitergabe dieser Sichtweise auszuarbeiten. Man kann in gewissem Sinne sagen, dass neu gelehrt und gelernt werden muss, was früher auf natürliche Weise in den Menschen und Berufsrollen lebte.

Das Neuartige an der Ausbildung ist, dass sie die Tätigkeit der Humanberufe nicht voneinander isoliert, sondern erneut als gemeinsame Aufgabe auffasst und sie so im Spiegel der auf die seelische Gesundheit bezogenen Theorie und Praxis erscheinen lässt.

Neu ist, dass die Ausbildung in fachlich und weltanschaulich inhomogenen Gruppen stattfindet. Dies erleichtert das Neudenken der grundlegenden Wertorientierungen, die Konfrontation mit dem dadurch in prägnanterer Form erscheinenden Anderssein und das Üben von Toleranz. Neu ist das Bemühen um eine erhöhte Integration. Phänomene und Geschehnisse werden vorgestellt, indem sie um Themengruppen geordnet werden. Spezielle Studien dienen der Sicherung der Harmonie von fachlicher und persönlicher Kompetenz.

Neu ist, dass es auf Grund der Struktur der Ausbildung möglich ist, die dem veränderten Geist und den Herausforderungen der Zeit gemäßen aktuellen Inhalte einzubringen, weil die Themengruppen zwar konstant, die konkret behandelten Phänomene jedoch nach Bedarf veränderlich sind. Neu ist, dass die Ausbildung nicht die Vermittlung aller wichtigen Kenntnisse zum Ziel hat. Anstelle dessen leitet sie mit Hilfe beispielhaft ausgewählter Themen einen neuartigen Denkprozess ein und spornt zu einer Veränderung der Sichtweise an.

Eine Neuheit ist die Trias der Vorgangsweisen der Studiengruppen:

Inhaltliche Vorgangsweise unter mehreren Gesichtspunkten

- Dieses trägt interdisziplinären Charakter: Es wird aus den Kenntnissen der Soziologie, Psychologie, Seelsorge, des Rechts, der Pädagogik und anderer Humanwissenschaften geschöpft. Ihr Fokus wird von den Anknüpfungspunkten der seelischen Gesundheit bestimmt, die Gesichtspunkte der seelischen Gesundheit bilden die Auswahlkriterien. Die Kenntnisse der Mentalhygiene sind also keine willkürlich oder zufällig gesammelten Anhäufungen von Wissen, sondern werden mit Hilfe einer fachgemäßen Auswahl den beispielhaften Phänomene zugeordnet und fungieren als Orientierungspunkte und Ordnungsprinzipien.

- Der Zugang an die Phänomene ist insofern neutral, als es zeit-, disziplin- und richtungsunabhängig ist. Die Ausbildung bemüht sich um die Vermeidung jeglichen fachlichen Imperialismus und lehrt, in verschiedenen Strategien des Umgangs mit Veränderungen zu denken. Die Hörer erhalten dadurch nicht nur neue Kenntnisse und erweitern ihren Horizont, sondern werden angeregt, ihre eigene Denkweise zu überprüfen und für selbstverständlich gehaltenes Vorverständnis zu durchdenken.

Holistischer/ökologischer Zugang

- Die Ausbildung bemüht sich in ihrem Verlaufe mit dem Anspruch eines durchdachten und abgestimmten Systems um eine Harmonie von Inhalt und Methoden.

- Die Bewusstmachung, Abstimmung und Behandlung der Wechselwirkungen von individuellen und gesellschaftlichen Veränderungen behandelt sie als zentrales Ziel. (...)