Aufgaben stellen, lösen und korrigieren. Eine sprachpragmatische Analyse für ein lehrerunterstützendes Feedback-Werkzeug im E-Learning

Aufgaben stellen, lösen und korrigieren. Eine sprachpragmatische Analyse für ein lehrerunterstützendes Feedback-Werkzeug im E-Learning

von: Sonja Ruda

UVRR Universitätsverlag Rhein-Ruhr, 2008

ISBN: 9783940251206 , 324 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 39,99 EUR

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Aufgaben stellen, lösen und korrigieren. Eine sprachpragmatische Analyse für ein lehrerunterstützendes Feedback-Werkzeug im E-Learning


 

II. Korrektur und Feedback - Ausgangspunkte (S. 15)

1. Problemstellung und Forschungsstand

In der E-Lehre werden hauptsächlich Aufgaben folgender Art ein gesetzt: "Multiple-Choice-Aufgaben", auch "Aufgaben im Antwort-Wahl-Verfahren" genannt, bei denen der Teilnehmer eine oder mehrere der vorgegebenen Lösungs möglichkeiten über die Maustaste als "richtig" kennzeichnet. "Zuordnungsaufgaben" sowie "Umordnungsaufgaben", die in der Regel per "Drag & Drop" zu bearbeiten sind: Mit der Maus werden hierbei aus einer Liste Begriffe gezogen und auf die für richtig erachtete Zeile bzw. Spalte einer Tabelle gesetzt. Bei Umordnungsaufgaben werden in einem Text markierte Begriffe korrigierend an die für richtig befundene Stelle gestellt. "Lückentexte", bei denen der Lernende eine Lösung in einem "Pull-Down-Menü" an klickt oder den Begriff per "Drag & Drop" auswählt und in das entsprechende Feld setzt oder die Lösung eintippt.

Lehr-/Lernsysteme, in denen diese Aufgabentypen implementiert sind, können Fehler lediglich als formale Abweichungen identifizieren, indem sie den "Input" der Lernen den mit der von der Lehrkraft vorgegebenen Lösung vergleichen. Anschließend werden die Eingaben der Teilnehmer mit meist sehr schlichten Aussagen bewertet, z. B. "Sie haben die Aufgabe leider falsch beantwortet und bekommen deshalb 0 Punkte" oder "Sie haben die Aufgabe nur teilweise richtig beantwortet und bekommen deshalb: 1 von 4 Punkten". Bei korrekten Lösungen erscheint z. B.: "Herzlichen Glückwunsch! Sie haben die Aufgabe richtig beantwortet und bekommen die volle Punkt zahl: 2 Punkte". Eine solche Bewertung wirkt übertrieben, wenn nur eine geringe Höchstpunktanzahl ausgeschrieben ist und man sie darüber hinaus auch auf Fragen erhalten kann, die sehr leicht zu beantworten sind.

Diese Beispiele demonstrieren die Unzulänglichkeiten der Technik, den enormen Implementierungsaufwand des differenzierten Feedbacks zu jeder einzelnen Lösungsmöglichkeit aller gestellten Aufgaben sowie die damit verbundenen Kosten. Entnommen sind die Feedback-Texte aus dem Lehr-Lern-System "liOn – Linguistik Online" bzw. dessen Vorgänger "Babe- lOn", das weiterentwickelt wurde im Projekt "PortaLingua" an den Universitäten Biel feld, unter der Leitung von Gert Rickheit, und Münster, unter Wolf Paprotté (Flohr et al. 2004, Schumacher/Flitter 2004, Flitter et al. 2004).