Der Lotse geht von Bord - Dropping the pilot

von: Peter Kapinus

GRIN Verlag , 2008

ISBN: 9783638053273 , 6 Seiten

Format: PDF

Kopierschutz: frei

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Preis: 2,99 EUR

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Der Lotse geht von Bord - Dropping the pilot


 

Quellenexegese aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus, Note: 1, Universität Kassel (Gesellschaftswissenschaften - Geschichte), Veranstaltung: Das Deutsche Kaiserreich in der Ära Bismarck, 2 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Nach dem Tod von Kaiser Wilhelm I. und dem Tod seines Sohns Friedrich III. 99 Tage später, ging Wilhelm II., der 29jährige Sohn Friedrichs III., als Kaiser aus dem Dreikaiserjahr 1888 hervor. Während der Großvater des neuen Kaisers dem Kanzler stets die politische Führung überlassen und sich dessen Meinungen gebeugt hatte, war der neue Kaiser dazu nicht bereit. Er wollte die Politik selbst aktiv gestalten und stand in wichtigen Fragen im Widerspruch zu Bismarck. Im März 1890 'bat' der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck um seine Entlassung aus allen politischen Ämtern. Nur kurze Zeit später erschien die Karikatur des britischen Illustrators Sir John Tenniel mit dem Originaltitel 'Dropping the pilot' in der satirischen Londoner Zeitschrift 'Punch'. Die Karikatur, welche in dieser Arbeit interpretiert und der Hintergründe dargestellt werden sollen, hat bis in die heutige Zeit große Bekanntheit erlangt und ist z.B. auch in vielen deutschen Schulgeschichtsbüchern zu finden. Im Deutschen wird der Titel der Karikatur etwas irreführend meist mit 'Der Lotse verlässt das Schiff' übersetzt. Eine korrektere Übersetzung wäre aber wohl eher 'Absetzung des Lotsen' oder (wörtlich) 'Abwurf des Lotsen'. Diese Übersetzungen erscheinen sinnvoller, da die aktive und auch ursächliche Rolle des Kaisers bei Bismarcks 'Abschied' aus seinen politischen Ämtern betont wird. Es folgt eine kurze Beschreibung der Karikatur. Auf der Zeichnung sind zwei Personen zu sehen: Kaiser Wilhelm II. und Otto von Bismarck. Der Kaiser steht mit Krone auf dem Kopf und verschränkten Armen an Bord eines Schiffes, fast lässig an der Reling lehnend, und schaut auf Bismarck, der das Schiff gerade über eine Leiter verlässt. Der Blick und die Mimik des Kaisers wirken fast rührselig. Er ist im Vergleich zu Bismarcks Person als relativ kleiner Mann dargestellt, dem die Krone zu groß zu sein scheint. Kaiserliche Würde und Führungskraft strahlt er in der Darstellung nicht aus. Bismarcks Blick ist nach vorne gerichtet und wirkt ernst und bedächtig. Mit einer Hand berührt der alte Kanzler den Rumpf des Schiffes, welches als Metapher für Deutschland steht, für dessen Führung sich Bismarck fast 30 Jahre lang verantwortlich zeichnete. Seine Person wirkt im Vergleich zur Darstellung Wilhelms II. mächtig und staatsmännisch.