Stress in Organisationen

Stress in Organisationen

von: Frank Belschak

Pabst Science Publishers, 2002

ISBN: 9783936142167 , 346 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 29,99 EUR

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  • Tausend mal berührt ?
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    Überraschung im Südseeparadies

     

     

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Stress in Organisationen


 

Streß in Organisationen (S. 19-20)

- Entwicklung eines integrativen Streßmodells für den Organisationsbereich und dessen empirische Überprüfung

1. Überblick über die Arbeit

Der Streßbegriff wurde erstmalig 1950 von Hans Selye in die wissenschaftliche Diskussion eingeführt. Seitdem wurde eine große Zahl insbesondere auch psychologischer Streßtheorien entwickelt. Unter Streß wird dabei meist ein Beziehungskonzept zwischen Organismus und Umwelt verstanden, in dessen Mittelpunkt die aktive Auseinandersetzung des Individuums mit der Umwelt steht; Streß beschreibt also Anpassungsprozesse des Individuums an die Anforderungen aus seiner Umwelt. Im Rahmen dieser Arbeit soll dabei - in Abgrenzung z.B. zu Theorien aus dem Bereich der Gesundheitspsychologie - der Fokus auf Streßtheorien aus dem organisationspsychologischen Bereich gelegt werden.
Zur Erklärung der Entstehung und Wirkung von Streß wurden in der Organisationspsychologie eine Vielzahl von Modellen entwickelt. Diese stehen jedoch noch unverbunden nebeneinander. Ziel der Arbeit ist daher die systematische Aufarbeitung der verschiedenen Ansätze und deren Verbindung in einem integrativen Modell, das die Komplexität des Streßgeschehens adäquat abbildet.

Der Streßprozeß kann allgemein in zwei Teilprozesse unterteilt werden:

(a) die Streßentstehung: Hier wird betrachtet, wie Streß entsteht, welche unmittelbaren negativen Reaktionen (strains) er beim betroffenen Individuum auslöst, welche Variablen hierbei eine Rolle spielen, und somit auch wie die Entstehung von Streß vermieden werden kann;
(b) die Streßbewältigung: Hier wird betrachtet, wie vorhandener Streß gemindert werden kann, welche effizienten Streßbewältigungs- (Coping-) Strategien zur Verfügung stehen, und welche Grössen hier eine Rolle spielen.
Der theoretische und empirische Forschungsstand im Bereich der Streßentstehung ist hierbei wesentlich stärker entwickelt als im Be- reich der Streßbewältigung. Das dargestellte integrative Forschungsvorhaben beschäftigt sich daher lediglich mit dem Streßentstehungsprozeß.

Die heute existenten Streßtheorien aus dem organisationspsychologischen Bereich werden bezüglich ihrer inhaltlichen Ausrichtung (d.h. des in ihnen hauptsächlich thematisierten Stressors) kategorisiert, dargestellt und miteinander verglichen. So werden insgesamt 13 Streßtheorien näher diskutiert und in 6 verschiedene Bereiche eingeteilt (Fit-Modelle, Unsicherheitsmodelle, Kontrolltheorien, Transaktionale Modelle, Kybernetische Modelle, Facettenmodelle und Emotionsmodelle). Anschliessend werden die Theorien in ein gemeinsames Rahmenmodell aus der Emotionspsychologie integriert. Dies bietet sich insofern an, als von manchen Autoren der Streßbegriff ohnehin eng mit dem Emotionsbegriff verknüpft wird (z.B. von Lazarus). Hierdurch entsteht erstmalig ein Modell, das in der Lage ist, alle Variablen des Streßentstehungsprozesses und deren Beziehungen zueinander gleichzeitig abzubilden. Auf diese Weise wird der von vielen Autoren konstatierten Tatsache Rechnung getragen, daß das Streßgeschehen ein sehr komplexes Phänomen ist, das sich nicht durch eine einzelne der bisherigen Theorien fassen läßt. Es laufen vielmehr mehrere Prozesse parallel ab, die sich überlagern und teils einander entgegen laufen (vgl. z.B. Gebert/ Rosenstiel), die in einem Modell abgebildet werden müssen, um sich dem Phänomen der Streßentstehung umfassend nähern zu können.

Das integrative Modell soll sodann empirisch gestützt werden. Dazu werden in einem Experimentaldesign mittels der Szenariotechnik Konfigurationen verschiedener organisationaler Streßsituationen systematisch variiert. Dabei wird insbesondere das Verhältnis der verschiedenen Stressoren zueinander und ihre Interaktionen bei gleichzeitigem Vorliegen mehrerer Stressoren geprüft. Darüber hinaus wird jedoch auch das Modell als Ganzes mittels Strukturgleichungsmodellen auf seine Güte getestet.